Druckschrift 
Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
Entstehung
Seite
223
Einzelbild herunterladen
 

>

<K> 22Z

das Schöne der Phantasie, und daher die Wissenschaft nurwahr oder falsch, und die Kunst nur schön, so wie dasBild auch wild oder häßlich, genannt werden kann. Wienun der Verstand zuerst nach dem Willen, der tiefstenAnsicht zufolge, in Beherrschung kommt: so schließet sichI. in Betreff des inner» Lebens das Theoretische an das Prak-tische an; aber II. in Betreff des äußern geht das Theore-tische vor dem Praktischen her. Nach Nro. I. gilt:

s) Freiheit, Wille, Gesinnung,so daß erst Nachfolgen kann:

b) Denksvermögen, Denkkraft, Gedanke,

nämlich in Absicht auf die Wissenschaft, welche das Ueber-sinnliche zum Gegenstände hat, so wie dann auch, mittel-bar, in Absicht auf jede andere aus dem höchstenStandpunkte der Menschheit. Nach Nro. II. aber gibt:

n) Denksvermögen, Denkkraft, Gedanke,so wie der Verstand als Vermögen und Kraft, der Gedankeaber entwickelt und in Betreff jener Sache, mithin alsSachwissenschast Psylosophie, zuvörderst, eintritt; undb) Freyheit, Willkühr, Thal;

indem die Freyheit als fortwährende Grundlage wieder zurSprache gebracht werden muß. Dort also folget auf dasLeben die Wissenschaft, hier aber auf die Wissenschaft dasLeben. Und dasselbe ist von der Praxis und Theorie gül-tig, da jene mit dem Leben und diese mit der Theorie zu-sammenfällt. Daher die zwey Sitzungen:

L) Leb en und Wissenscha ft, Praxis und Theoriein Absicht auf die Phylosophie als Wissenschaft, also diewissenschaftliche oder theoretische Philosophie, wo denn je-nes Beywort: das innere Leben, die innere oder reinePraxis, Statt findet, s) im Gegensätze der Philosophiemit der bloßen Logik oder mit dem Intellektualismus,der bekanntlich die Philosophie aus dem bloßen Verstände,wenn auch dem spekulativen, herleiten will, also nega-tiv, in diesem Gegensätze, und L) positiv in jenen mit