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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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2 - Gefühlsvermögen, Gefühlsmacht, Gefühl,oder Gefühllosigkeit;

3. Freyheit, freye Kraft, Freythätigkeit,und zwar:

entweder vernünftige oder unvernünftige, entweder mit dem Gefühleoder mit der Gefühllosigkeit verbundene Freythätigkeit;

in der ethischen Sprache: entweder sittliche oder unsittliche;in der religiösen; entweder gottselige (fromme) oder golt«lose. Als Wirklichkeit ist dashumane" menschlicheLeben" nothwendig entweder das Eine oder das Andere:vernünftig oder re. Denn bey dem Rückblick auf das Hu-mane Neinmenschliche (Nro. I. 2.) kann nur das men«schenwürdige Leben ein humanes genannt werden; und wiedieses Wort an die Humanität erinnert, kommt in?Blickauf den Mitmenschen hinzu.

Das menschliche Leben überhaupt und wirklich (in au-tu) ist demnach Freythätigkeit oder die Thätigkeit des Wil-lens, so wie dadurch die Vernunft, innerlich und äußerlich,verwirklicht, und das Gefühl im Gegensätze mit der Ge-fühllosigkeit , die keine bloße Verneinung ist, hervorgebrachtwerden soll, wie aber auch das (trennende, absolute) Ge-gentheil vermöge der Thätigkeit, die keine mechanische oderphysische ist, eintreten kann. Die Gefühllosigkeit, welcheda in Frage gekommen, unterscheidet sich demnach wesent-lich von jener, die sich bey dem unmündigen Kinde re. so-wohl als bey einem bloßen Naturwesen findet. Und derWille ist daher die eigentliche Kraft (Potenz") und so dieWurzel deö Lebens in Bezug auf jedes Weitere, wasvon Seite der formalen Kraft, des Verstandes und derPhantasie hinzukommen mag. Daher auch das Schema:

Lebensvermögen, Lebenskraft, Leben

Freyheit, Wille, Willensthätigkeit.

Und ergeben sich, als gleichbedeutend, der Ausdrückeoder Worte noch mehrere; so mögen auch diese als Viel-heit zeugen für die Entschiedenheit und Wichtigkeit derSache: