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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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stellt, und selbige dann in die metaphysische und logischeoder, indem man die Einbildungskraft hinzunähme, in diereale und formale (überhaupt) abgetheilt werden. Und,entsteht noch die Einrede:wie denn der Wille, da erauch böse oder unsittlich seyn (werden) kann, eine morali-sche und, indem man auf das erste Reale zurückgehen mußoder soll, die metaphysische, die übersinnliche Kraft heißenmöge?"; so kann nur die wissenschaftliche Durchführung inder Ethik, in der Wissenschaft, welcher die Freyheit als be-sonderer Gegenstand angehört, diese Einwendung ganz ab-weisen. Hier mag folgende Erklärung genügen: der

Wille vor seiner Thätigkeit, heißt nicht moralisch, son-dern nur moralische Kraft; so stehet er dem Physischen-- der physischen Kraft, nicht dem Immoralischen, entge-gen ; und L. wie der Moralische, objektiv und so nach derIdee erfasset, von dem Metaphysischen abstammt: so er-scheint der Wille allerdings selbst als metaphysische oderübersinnliche Kraft, indem er auf die Freyheit und hicmi'tauf die Vernunft das Metaphysische (das erste Reale!)zurückgehet; nachdem aber seine Thätigkeit eingetreten ist,entspricht er l., wenn er gut wird, der Freyheit demVermögen des Guten, und II., wenn er böse wird,der Freyheit der Möglichkeit des Bösen oder (ineiner beliebten Sprache der Zeit) des Abfalls, so wie diemenschliche Freyheit jenes Vermögen und diese Möglichkeitin sich begreift. Der böse, unsittliche Wille erscheinet dannnur indirekter Weise als ein UebersinnlicheS, so wienur auf diese Art frey, da er ohne die Vernunft in derenEntwickelung zum Gewissen nicht möglich gewesen wäre,und als Wille von der Freyheit ausgegangen ist. Mit sol-cher Rücksicht muß auch der Unfreye, der Unsittliche, La-sterhafte... zugleich ein Freyer genannt werden; er ist einsolcher, da seine Thätigkeit keine bloß physische, sondernWillens - oder Freythätigkeit ist. Die angeborne und zumWillen entwickelte, aber nicht die erworbene, Freyheitkommt dem Sklaven oder Knechte der Sinnlichkeit zu. Und