zeigt wird. So ergibt sich mit gutem Grunde auch derverständige oder — wenn man noch lieber will — in,tellektuelle Trieb: ein Streben dieser Kraft zurentsprechenden, d. i. ihrer Natur angemessenen, Thätigkeit;daher die Wißbegierde und selbst die Neugierde (abgesehendabey von einem Hinzukommenden!). — Wenn aber derSachtrieb in den Vernunft - und Naturtrieb abgetheiltwird, und ersterer dann als der moralische Trieb oder alsGewissen, vor jeder subjektiven Thätigkeit, erscheinet; sokommt vor dem Triebe, der im Willen oder in der freyenKraft als solcher ist, das Verhältniß desselben zu dem Ge,wissen in Frage: nur wenn und indem sich der Wille andiesen Trieb übereinstimmend anschlicßt, kommt ihm jeneStärke oder Kräftigkeit zu, die eine bleibende undwachsende heißen darf. (Ein Hauptpunkt in derEthik, betreffend die alte und jüngsthin wieder besprocheneGnadenlehre, die, obwohl nur unter dem allgemeinenGesichtspunkte, auch der Philosophie nicht fremd seyndarf, da eben diese eine Sachwissenschaft und zwar nichtPhysik oder Naturlehre, im bekannten, akademischen Sinnedes Wortes, ist!) Vielleicht redet man auch von einerbefrey enden Kraft, in Absicht auf die subjektive Frcy-heit — auf die Freyhcit im bemerkten, trennenden Gegen-sätze mit der Unfreyheit — ; vielleicht leitet man diese Kraft(wirklich, wenn auch eben nicht ausdrücklich) ab von derobjektiven Freyheit, d. i. von der Frcyheit im nicht - Iren,»enden Gegensätze mit der Nothwendigkeit *). Setzt manbey dieser Rede von der Freyheit die Vernunft voraus; somag sich ein wahrer und tiefer Sinn in selbiger finden.So kann auch — zwar nicht die Ethik als Dynamik schlecht-hin, aber doch — eine Dynamik (Kraft- oder Kraftenlehre?)
«) D. d. allg. Philos. S. 72-, vgl. mit der D. d. Moralphilos.S. 114, 361 u. 431. Was ist sonach „die heilige Noth-wendigkeit", von der ein gepriesener Psycholog letzthin ge-sprochen?