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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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schaft dies entschuldigen. Wer aber die Vermögenlehre, inBetreff des Geistes, ganz aufgeben möchte, oder die Gül-tigkeit derselben bezweifeln (geschweige denn bespötteln)könnte: der hatte dann wenigstens die Aufgabe, histo-risch-psychologisch zu erklären, woher oder warumdenn so viele Worte für eine Sache, die nicht ist, ent-standen! Und wie könnte auch, wenn das Vorstehendewohl gültig ist, bestehen jenes Neuere und so weit umherGeltende:Das Erkenntniß-, Gefühls- und Be-gehrungövermögen sind die Grundvermögen desmenschlichen Geistes"? Man steht, wie ich hoffe, daß we-nigstens mehr als Eine wohlbegründete Einrede gegen diesewissenschaftliche Grundbestimmung" Statt finden könnte,wie man auch sonst über diesen Gegenstand denken mag.

Weniger streitig oder bestritten ist, waS, nach unsererAnsicht, auf das Vermögen folgt. Nur findet sich bey derLehre von der Kraft ein Abweichendes, waS nächst jenervon dem Geisteövermögen überhaupt eine besondere Aus-zeichnung fordert.

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Die Kräfte.

Die Kraft ist der Wirklichkeit näher, als das Vermö-gen; und sie ist eben dasjenige, wodurch zunächst die Wirk-lichkeit eintritt, sey dann, was dergestalt zu Standekommt, Handlung oder bloße Wirkung. So liegt daöVermögen der Kraft zum Grunde. Und soweit erscheinetdie Kraft als das Vermittelnde zwischen Möglichkeit undWirklichkeit. Ja vermittelst derselben geht die erstere indie letztere über.

Aber nicht aus jedem Vermögen geht eine Kraft her-vor: i) unter der Bedingung, welche die Pädagogik auf-weiöt, und die Philosophie, besonders die Moral-und Ne-ligionSphilosophie, weiter entwickelt, tritt die Vernunft als

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