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kenntnißvermögen hat dasselbe nur insofern eine Beziehung,alö 1) in Absicht deS Uebersinnlichen daö Gefühl des Wah-ren vor dessen Erkenntniß hergehen muß, und daher Bor»gefühl oder Ahnung desselben heißt; und 2) im GebietedeS Sinnlichen die Empfindung nach dem Zuge der frühe»ren Erfahrung, der Gleichheit, Ähnlichkeit und Verwandt-schaft dunkler Vorstellungen oder Eindrücke — als Vorem-psindung deS Wahren, deS Wirklichen oder Kommendensich einfinden kann. Ohne die reine, ursprüngliche Ahnungist dort keine Erkenntniß der Wahrheit; wer diese nicht erstahnet oder fühlet, der kann sie nicht erkennen! Dahinweiset selbst das Wort deS Tadels, z. B.; „Er hat nochkeine Ahnung davon, was eigentlich Philosophie ist."Denn so erklingt daS Umgekehrte wie ein Lobspruch, istgleich die bloße Ahnung, wie solche dem Mystiker zukommt,insoweit ein Gegenstand des Tadels, als dadurch zugleichein Mangel gesetzt wird. Dann aber, nachdem die Er-kenntniß «ingetreten, mag allerdings auch die weitere Ah-nung, neben dem Begriff und zum Behuf« der völliger»Erkenntniß, Statt finden. — Diese Bedeutung deS Wor-tes Ahnung hat sich bereits sehr geltend gemacht. Abervielleicht könnte man auf ähnliche Art im Gebiete der Na-tur unterscheiden: die vorhergehende und die nachfolgendeAhnung. Daher kann auch das Ahnongsvermögen desMenschen in daS höhere und niedere, übersinnliche undsinnliche abgetheilt werden: DaS Gefühlövermögen in
solcher Beziehung auf den Verstand unter Voraussetzungder Vernunft, gibt daö höhere Ahnungsvermögen; undL. das Empfindungsvermögen in solcher Beziehung auf dasDenkvermögen unter Voraussetzung deS Sinnes — gibt daSniedere Ahnungsvermögen. Wie aber das GefühlSvermö»gen mit der Phantasie auf der einen Seite in besondermVerbände steht: so gehört die Ahnung auch der Poesie be-sonders zu. Hier kommt jedoch selbige nur so weit iu Be-trachtung, als sie mit dem Gefühl und dem Bilde zusam-menhängt. Auch die Empfindung ist dabey nicht auöge-