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Künste und Wissenschaften zum Besten oder zum Verderbender Menschheit mehr beygetragen?"! Und Rousseaukonnte sogar durch eine Beantwortung im Widerspruchemit dem, was in der Absicht oder dem Sinne der Akade,mie zu Dijon gelegen hatte, den Preis gewinnen. Oderwie sollen wir jenes Verschönernde, Verfeinernde nennen?Ist da schlechthin kein Schönes, keine Kunst, so wie dieseTechnik auch im Gemählde und in der Natur dem reichenLüstlinge zu Gebote steht? Und gilt nicht dasselbe von derDichtkunst ? ist z. B. Martial, wenn er (wie Herder sagt)unten am Parnaß — im Sumpfe Blumen pflückt, schlecht-hin kein Dichter, kein Künstler?? — Daher mögen auchfolgende Erklärungen oder wissenschaftliche Bestimmungengültig sepn: auch das Kunstvermögen muß in daö höhereund niedere abgetheilt werden; und das erste besteht ausder Phantasie und dem Gefühlsvermögen nachdessen Verbindung mit dem Empfindungsver-mögen, das andere aber aus der Phantasie unddem bloßen Empfindungsvermögen, wahrend je-doch das Selbstbestimmungsvermögen, die Freyheit nächstder Vernunft, überall vorausgesetzt wird, da ohne Zweifelauch der Künstler Mensch und immer zuvörderst Menschauch im Kreise der Wirklichkeit ist und so gedacht werdenmuß, wenn er nicht eine ästhetische Maschine seyn soll. Alsonur unter dieser Voraussetzung und nur als Bestandtheildes höher» Kunstvermögens kann die Phantasie das Ver-mögen der „Einbildung des Göttlichen in dasNatürliche (deö Unendlichen in das Endliche", d. i.des Uebersinnlichen in das Sinnliche) genannt werden.Und nur dieses Vermögen weiset auf jene Wirklichkeit hin,wo das Produktive oder Schöpferische von Seite derPhantasie vorkommt, so wie davon ein Idealisiren, womitein Genialisches verbunden ist, auögehet. Jene Beyworte(„die produktive, die schöpferische" rc.) mögen wenigstensauf das höhere Kunstvermögen zurückweisen. Heißt aber diePhantasie auch das Vermögen der Bilder; so er-