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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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ben) auch ein sittliches oder unsittliches Begehren werde, dieshängt von der hinzukommenden Frey - oder Selbst»thätigkeit ab. Denn vermöge jener Verbindung eines Gei-stigen mit einem Physischen ist auch eine vorhergehendeThätigkeit denkbar oder als möglich gesetzt: eine geistigeThätigkeit, welche die Begierde, die reine oder unreine,hervorbringt.

Noch mag ein drittes Vermögen dieser Art aufgeführtwerden, obwohl vielleicht das streitigste oder unentschieden-ste, was bey dem gegenwärtigen Stande der Wissenschaftgenannt werden kann.

z. Das ästhetische Vermögen oder mit EinemWorte, das Kunstvermögen entspricht dem „Schönen",wie — auf jenem untergeordneten Standpunkte! — dasErkenntnißvermögen dem „Wahren," und das BegehrungS-vermögen dem „Guten". Auch in dieser Hinsicht kommtdas ästhetische Vermögen füglich mit oder nach jenen vor,obwohl auch da nur eine Unterscheidung, keine Trennung,des Wahren, Guten und Schönen eintreten soll. Aber dasSchöne, in dieser Ordnung aofgeführt, weiset auf dasUebersinnliche zurück. Daher „die höhere", ja „dieheilige Kunst", die besonders in Deutschland neuerlich zurSprache gekommen. Selbst eine bekannte Schwarmerey,welche man die Kunstschwärmerey nannte, wäre ohne diesenhöheren oder tieferen Grund nicht entstanden, und ist so-weit ein Fingerzeig auf jene Abstammung deö Schönen,heiße dann solches, ästhetisch betrachtet, der Wiederscheindes Göttlichen im Natürlichen oder nicht. Aber es gibtauch ein Schönes, welches (nach Herder) vom Schei-nen abstammt, und als Verschönerung, Glanz, Firniß,kurz als Technik eben sowohl im Wiederstreite als in Ueber-«instimmung mit dem Einen, worauf der Menschheit Würdeund Heil beruht, seyn kann. Daher „die Künste", diefolglich ein ZweydeutigeS sind, heißen sie gleich die bilden-den. Konnte doch, wie bekannt, im vorigen Jahrhundert'«ine französische Akademie die Preisfrage aufstellen: „ob