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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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nächst dem inner» und dieser Wissenschaft, in Betrachtung.Und wenn da (laut der Ethik) der Verstand vor dem Ml«len hergehet, welcher da empirisch oder wählend (Willkühr)genannt werden muß; so müssen wir auch das Erkenntniß,vermögen vor demjenigen Vermöge» aufführen, in welchemselbst jenes höhere, von dem der Wille abstammet, als einwesentlicher und selbst als der erste Bestandtheil vorkommt.

2. Das zweyte zusammengesetzte Vermögen ist dasBegehrungSvermögen. Und wenn auch dieses indas höhere und niedere abgetheilt wird; so erscheint imersteren zuvörderst die Freyheit alö Vermögen. Aber aufdas Gemüth, wie solches Psyche und Physis verbindet, isthiebey der Blick zugleich gerichtet. Denn schlechthin ohnedas Empfindungsvermögen entstehet keine Begierde. Aberdas Gefühlsvermögen ist das Erste nächst der Freyheit,wenn die Möglichkeit einer schönen, reinen, edeln u. s. f.(Begierde) gedacht werden soll. So dürfte man sagen:Das SelbstbestimmungS-und Gefühlsvermögennach dessen Zusammenhänge mit dem Empfin-dungsvermögen geben das höhere BegehrungSvermö-gen; und wie auf der anderen Seite nach der MöglichkeitdeS GegentheilS, der unreinen oder unsittlichen Begierde,gefragt wird; so erscheinen daö SelbstbestimmungS -und bloße Empfindungsvermögen als die Be»standtheile des nieder» BegehrungSvermögenS. Als einmenschliches Vermögen, in Bezug auf den Kreis der subjek«tiven Thätigkeit, wird auch das letztere nach dieser Ansichtaufgefaßt. Kann aber im Menschen eine Begierde auchohne diese Thätigkeit entstehen; so kommt ihm auch ein Be-gehruogSvermögen zu, daö er mit dem (bloßen) Thier« ge»mein hat: daS WirkungS- und Empfindungsver»mögen. Wem das erstere Wort nicht gefällt oder nichtbestimmt, nicht erklärend genug scheint; der setze dafür:das sinnliche Bestrebungsvermögen, so wie die Freyheit dasübersinnliche Bestr. genannt werden kann. Ob dann abereine solche Strebung (ein bloß physisch entstandenes Stre-