Pfaffenthume so vornehmlich dient! Aufgehoben ist dannjeder im Wesen der Menschheit liegende Nechtsgrund; auf-gehoben insbesondere jedes objektiv - gültige, aus diesemWesen kraft der Idee hervorgchende Merkmal in Betreffdes Religiösen: und dann können Pfaffercy und Despotieganz ungestört wirken, eingreifen, auf Kosten dsrKircheund Geistlichkeit sowohl als des Staates. Selbstdie gutmüthige, fromme Beschränktheit macht dann weitere,mehr oder weniger verderbliche, Schritte und Mißgriffe.Zwar die mildere, humane Gesinnung, also der bessere Sinndieser Art, beschränket wohl auch die Hpperdogmatik, dieauf diesem Grunde ganz natürlich eingetreten; und es gilt,obwohl dann auf Kosten der Folgerichtigkeit und hiemit deswissenschaftlichen Charakters, — auch für solche Theologen :der Geist *) ist reiner als der Buchstabe, der Sinn besserals der Begriff oder, was hier dasselbe ist, die Worte.Aber wie könnte, wo der Grundsatz (die Grundseßung) somangelhaft ist, das Ergebniß jemals ganz unschädlich seyn?Und wie entspricht jenes Ergebniß besonders dem Plane,den Zwecken, der politisirenden und raffinirenden Pfafferey(welche der Weltling oder Aufklärling mit der Kirche undeigentlichen Geistlichkeit verwechseln mag)! Jetzt hat diesetzende Willkühr ein freyeS Feld. Was ihren Absich-ten, der Habsucht, dem Ehrgeize, dem Stolz und derHerrschbegierde zusagt! daö wird auf die berührte Tafelgeschrieben. Man käßt „von Oben" (?) einfallen, waSeigentlich von Unten kommt. Und berufte sich der Ultra-theolog zugleich auf ein heiliges Buch, auf ein positives,göttliches Wort; so macht — er, also wieder jene Will-
') Hier gilt die subjektive Bedeutung; aber hier ist ja, dem Obi-gen zufolge i> der Geist nicht als Substanz, sondern als Be-schaffenheit oder Qualität ersaßt, und 2) nicht die logische, son-dern die tiefere, ethische Bedeutung des Wortes „Subjekt" und„subjektiv" geltend.