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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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zvgeschrieben. Daher das bekannte „änaloxon rarionis",zu einer Zeit, wo die Vernunft mit dern Verstand im Grun-de einerley war, indem sie zugleich für die höchste Stufedesselben galt.

Wird nun der Geist zuvörderst als die metaphysischeSubstanz erkannt; ist die Sache, woran uns vor Allemliegt, mit Bestimmtheit oder Entschiedenheit angenommen,und das Wort „Geist" zur Bezeichnung derselben andiesem Orte festgesetzt: dann mag uns auch die Einrededes Grammatikers, des Etymologen, Philologen u. s. w.nicht stören, indem etwa auf das oder den „8pi-

riluz" zurückgewicsen, und dagegen der „animus" oderdie „mens" aufgeführt wird. Nicht auf die Philologiekommt es hier an, sondern auf die Philosophie, auf eineSachwiffenschaft! Und der höhere, metaphysische Genius derMenschheit hat daö Recht, einer Sache, die erst im Laufeder Zeit, im Fortgange der Kultur so (völliger oder mitBestimmtheit) erkannt worden, das Wort anzuweisen, unddaher auch einem alten, das noch (mehr oder weniger) un-bestimmt war, den bestimmten Sinn und somit die eigent-liche Bedeutung zu geben. Gültig ist demnach die Lehrevom Geiste — Spiritualismus oder Pneumato-log ie; gültig sind in derselben Bedeutung auch diese Wor-te, trotz jeder Einwendung, die von jenem StandpunkteauS dagegen gemacht werden mag, hat gleich eine solcheEinwendung sonst, an ihrem Orte, wohl Grund. Und vonder Pneumatologie muß ja unsere Darstellung ausgehen,da wir (wie bald gezeigt werden soll) die Seele in derBedeutung des Wortes, welche in Absicht des Menschenallein gelten kann, vom Geiste ableiten müssen. Die Psy-chologie setzt daher, soweit, die Pneumatologie voraus.Wenn aber noch kein — besonderes — Lehrbuch der letz-teren erschienen ist; so ist die Ursache davon wohl diese,weil uns der Geist als Gegenstand der wissenschaftlichenBetrachtung zunächst in Verbindung mit dem Körper gege-ben ward. Durch diesen Umstand ist jedoch die Lehre vom