Druckschrift 
Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

gischen Dogmatik überlassen. Wohl ansprechend ist hinge,gen „ein menschlicher Mensch", indem wir auf dasNeinmenschliche oder Humane nach Herder u. a. A. zurück-sehen? Und wie sich der innere Mensch zum innigengestalte, mag besonders aus dem erhellen, was über dasGemüth, wie solches nur dem Menschen znkommt, gesagtwerden soll. Sagt nnS aber eine theologische Zeitschrift(in der übrigens Treffliches vorkommt) in ihrem neuestenHefte: „Vergöttlichung des Menschen ist die Aufgabeder Religion, der Kirche; Vermenschlichung desselben dieAufgabe der Politik, des Staates"; so dürfte gefragt wer-den: ist wohl bey solcher Scheidung i) das Göttliche imMenschen, 2) die Humanität oder Menschlichkeit, wie derBegriff davon philologisch oder klassich eingeleitet, undneuerlich besonders in Deutschland ethisch herausgebildetward, und z) die innere Verbindung der Humanität mitder Neligiösität recht oder ganz erfaßt? (Eine Hauptauf-gabe der Neligionsphilosophie!) Und wohin weiset schondie bekannte, unter den Gebildetem so geltende und anspre-chende Rede: „Er ist des Namens Mensch werth" —„ein menschlicher Mensch", wie eine Würdige und Den-kende, so gebildet als vornehm, über einen würdigen Mannsich ausdrückte (unvergeßlich einem theilnehmenden Höerer!)—, oder, über einen Unwürdigen: „Er ist des schö-nen Namen Mensch unwerth"? Eine Rede, die mitjener: „kein Mensch!", zusamwenfällt. Also dem Unsittli-chen kommt dieser Name nicht zu, weil in ihm die Mensch-heit nach der Zdee, d. h. eben daö Göttliche im Menschen,nicht verwirklicht (realisirt) ward. Eben deshalb ist undheißt er „kein realer Mann, kein reeller Mensch." Schönist freylich dieses Wort, ästhetisch betrachtet, leider! keines-wegs : aber es ist die Zdee, und die dadurch bestimmte An-sicht der Sache, wodurch das Schöne deS Namenö in je-ner Rede hervorgebrvcht wird.

Sehen wir noch auf das Vorstehende in Betreff deS Men-schen zurück: so erscheint der aufsteigende Gedankengang: