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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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Seite
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dieser Erklärung kann offenbar von den göttlichen undmenschlichen Dingen so wenig, als von dem Menschlichenund Göttlichen in jener Bedeutung, jemals die Rede seyn.

Anders hingegen erscheint die Sache, wenn der Menschin seinem Unterschiede von Gott betrachtet wird. Denn hiergehet theils die Beschränkheit theils die Bedingtheit, de-menschlichen Wesens im Ganzen, besonders hervor. Daherl) in Ansehung deS Beschrankten, z. B. jene bekannteRede: „Irren ist menschlich", und 2) in Ansehung desBedingten, die bekannte Rede von der Befriedigung ei-nes physischen Triebs. Also hier mag allerdings das Gött-liche — Gott neben (über) dem Menschlichen hervorgehen;und somit mögen dann auch die göttlichen Dinge neben denmenschlichen auftreten. Aber daß ja, bey solchem Blick aufdaS Beschränkte und Bedingte, nicht daS Unbedingte —wie eö den Menschen zuvörderst objektiv mit Gott verbin-det — aus den Augen schwinde! Und daß ja nicht, beson-ders in Bezug auf Nro. 2. eine beschränkte und falsche Hu-manität eintrete! Rur im Gegensätze mit einer mystischenoder mönchischen Uebertreibung, so wie überhaupt mit derMoralistik, die sich eben durch Rigorismus und PedanterieauSzeichnet, findet sich ein Gültiges an jenen, so oft wie«verkehrenden Ausdrücken: „DaS ist menschlich, wir sindMenschen" u. s. w. Auch mit der Farbe von höherer Kul-tur und insbesondere von Humanität werden diese Aus-drücke, in der gedachten Hinsicht, aufgestellt und verbreitet.Und eS bildet sich daher wohl auch ein Blendwerk zumNachtheile der achten, höheren Bildung der Menschheit. —Der feinere Lüstling, der Materialist im Lebenskreise, nurden ersten der oben genannten drey Gesichtspunkte kennendund befolgend, verlegt wohl das Menschliche geradezu undbloß in daS Bedingte, in das Physische oder Thierische,wie das Verständige demselben dienen mag. Daher z. B.,indem er auch von jeder unsittlichen Befriedigung deS stärk-sten aller Naturtriebe spricht, — sein LieblingSwort: „Manist Mensch"! Ja wohl, dürfte man dem glänzenden oder