entschiedener, obwohl versteckter, Pleonasmus. Dieser ver-schwindet nur dadurch, daß man hier bey dem Blicke aufdie Natur — Wesen von der Frage, ob denn nicht dieses auchein Physisches sey, absieht (ingeheim abstrahirt); und er istbesonders durch den Umstand versteckt, daß man nun ein-mal an diese Weise zu reden so gewohnt ist. Auch erleich-tert oder begünstigt die Rede von der „geistigen Natur"auf der einen Seite dieses geheime Absehen auf der ande-ren, da bey jener die Natur bloß Wesen erfaßt werdendarf. Aber genau betrachtet, ist doch besonders die mensch-liche Natur (diese Nedensweise) und dann auch die eineSeite sowohl als die andere nur ein grammatikalisch- logi-scher Norhbehelf. Mag auch ein Bedürfniß der Kürze undein Vortheil der Bequemlichkeit für dieselbe sprechen: ihrDürftiges wird doch gar auffallend, sobald nun die Logiknun mit dem Rechte, das sie in der Grammatik behauptet,eintritt. Denn so ergibt sich ja mit Entschiedenheit auchdie physische — Physis, oder die natürliche — Natur. DieseFolgerung steht fest, was man auch sonst dagegen Vorbrin-gen mag. Um also den Uebellaut zu entfernen, und ja denversteckten Pleonasmus nicht aufzudecken, dürfen wir bloßvon der physischen, sinnlichen oder körperlichen (wenn aucheben nicht von der materiellen) Natur des Menschen überallreden. Denn auf dem Gebiete der Wissenschaft und in je-dem Kreise des Lebens herrschet bekanntlich diese Sprache.Aber könnte wohl nicht die menschliche Natur füglichaus der göttlichen und natürlichen „konstruirt" wer-den? Durch diese Wortstellung wäre daS Mißlautende undPleonastische wenigstens gemildert. Ganz gehoben wäre eö,wie man sieht, keineswegs. Und die göttliche Natur (die-ser Ausdruck) erinnert nun einmal so an Gott oder GottesNatur, daß man sie nicht wohl an die Stelle der geistigenund zumal der moralischen, in der Rede vom Menschen,seßen kann. Nur wo die höhere Natur des Menschen ebenmit seiner niederen, irdischen, physischen u. s. f. kontrastirtwerden soll, mag jene füglich (wie dort) auch die göttliche
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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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