67
«Ine Natur, und dann unter dem Schuhe dieser Wortbe-stimmung — des Scheins, welchen vermöge solcher Stel-lung das Wort gäbe — „die physischen (!) Eigenschaften",Macht, Stärke u. s. w. als Grundeigenschaften der Gott-heit aufführte. Dagegen war es im Sinne aller gesund-denkenden Deutschen. längst ausgemacht, daß die NaturGottes, wie des Menschen, auf jener höheren Seite, keines-wegs Physis genannt (oder auf die zurückgeführt)werden dürfe. Dieselbe ist also nur Wesen. Und wirddas Wesen überhaupt und in dieser Hinsicht, d. i. als Essenz,ausgestellt; so richtet sich dasselbe jedesmal nach der Sub-stanz, indem es davon abstammt, ist daher objektiv und vondem Wesen, welches dem einen Menschen zu- und dem an-dern abgesprochen wird, wohl zu unterscheiden *). Letzteresist subjektiv, heisse es denn z. B. Wesen der Religion oderder Philosophie. Za nimmt man jenes Wort im eigentli-chen oder physischen Sinne; dann heißt die göttliche Natur(überhaupt) mit Einem Worte — Uebernatur, voraus-gesetzt, daß man dieses Wort zulasse. Und der Widerspruch,welcher da grammatikalisch unläugbar vorliegt, trifft nur dieSprache und zwar, wie bekannt, zunächst die fremde, vonwelcher uns jenes Wort zugekommen. Auch diesen Wider-spruch kann offenbar nur die Unterscheidung der Natur alsPhysis und Nichtphysis aufheben. Und den widrigen Scheinoder Klang, der gleichwohl da und dort noch Vorkommenmöchte, muß dann jedeömal die Darstellung entfernen: derGebrauch, welchen der Darstellende von dem Worte nachMaßgabe des Uebrigen macht, soll diesem Widrigen Vor-beugen. Will man hingegen Gott die Uebernatur nennen,und den Menschen, weil auch er Geschöpf ist, mit den übri-gen Wesen unter den Gattungsbegriff „Natur" stellen, wiejüngsthin eine von dem Grunde, welchen die sogenannte
*) Das. S. 5 Y— 6 s. vgl. mit S. 201 u. 54z.
5 *