43
<d>
Deyfalle gehört oder gelesen werden. — Also, wie die Phi-losophie, in Absicht der Sache, dem Materialismus zunächstentgegensteht; so muß insbesondere eine Darstellung derPsychologie demselben zuvörderst scharf entgegentreten.
Ganz Anderes ergibt sich auf den zwey andernStandpunkten, obwohl bey dem zweyten insofern, als erdem ersten verwandt ist, eine eigene Schwierigkeit eintritt:
Auf dem pädagogischen Standpunkte erscheintdie Zweyheit: Leib und Seele. Diese Ansicht ist gültig,an ihrem Orte. Wird sie aber schlechthin aufgeführt, oderan die Stelle der philosophischen gesetzt; dann ergibt undentwickelt sich aus derselben ein komischer Dualismus.Dann macht der Leib in vollem Ernste einen Theil deSMenschen aus, und zwar den ersten! Natürlich kann sichalsdann die Seele nicht trennen von dem Leibe, ohne daßder halbe Mensch verweset, verfaulet, indeß der halbe fort-lebt. Und nicht bloß einem gemeinen, ungebildeter» Sinneward durch ein Blendwerk und eine Verwirrung, welchedaher entstanden, das Neinmenschliche entrückt. Sondernauch in das Gebiet der höheren Wissenschaft hat sich diesesBlendwerk schon eingeschlichen. Nach der Setzung: Leibund Seele, entsteht ja eben jener Dualismus ganz folge-recht, sobald nämlich dieselbe für eine wissenschaftliche ge-nommen wird. Zn einer früheren Theologie wurde ebendarauf die Lehre von der Auferstehung des Fleisches (Leibes)gestützt: der Leib mußte auferstehen, damit er mitbelohntoder mitbestraft werden konnte; und das Eine oder dasAndere mußte er werden, weil er (in vollem Ernste wardSolches behauptet) mitgesündigt oder dem Heiligen mitge-dient, ja das Gute oder das Böse mitgethan hatte. Sowurde der reine Begriff der Sittlichkeit (wie solchen dieMoralphilosophie zu begründen und zu entwickeln hat) we-nigstens getrübt. Um so eher konnte jener Mißgriff desMonachismus, welcher in dem Fleische den Samen desBösen als solchen findet, eintreten. Und auf der anderenSeite trat dann um so nothwendiger jene Frey- und Stark-