Sache. Und was die bekannte Trennung der Wissenschaf-ten betrifft; so ist auch in diesem Felde der Menschheit ebenso wenig eine haarscharfe Scheidung oder vollkommene Aus-schließung, als eine völlige Erschöpfung des Gegenstandes,überall möglich. Nicht nur die einzelnen Zweige der Phi-losophie, sondern selbst die philosophischen und empirischenWissenschaften sind ja durch ein organisches Band mit ein-ander verknüpft. Also nur eine bestimmte und im Ganzenhervortretende Unterscheidung kann und soll da überall ob-walten : 1) zwischen Philosophie und Empirie, und dannauch 2) unter den philosophischen Wissenschaften.
Zn Ansehung der Lehrsätze, welche bekanntlich inden leßtern überall Vorkommen, scheint folgende Bemerkungnicht unwichtig: l. Wem die Philosophie vorgetragen wer-den darf oder kann, d. h. wer selbiger nicht unempfänglichist; der besitzt schon die Idee: diese beseelt ihn; und sonachist ihm die Sache im tiefsten Sinne des Wortes lebendig(reinpraktisch) bekannt: und II. auf dem Wege der gelehr-ten Bildung, wie diese vorbereitend und fortgehend ist, wardein Solcher bereits auch zum Denken über das Höchste undWichtigste angeleitet oder veranlaßt; ja ein Solcher hatauch schon über dasselbe nachgedacht, so daß wir ihm dasWissen oder die Kenntniß selbst in Ansehung des Einen,was Gegenstand der Philosophie ist, nicht schlechthin ab-sprechen dürfen. Nun mit einem Studierenden oder Stu-dierten solcher Art kann auch in diesem Theile der Philoso-phie schon da und dort von Einzelnem, was eigentlich Ge-genstand eines anderen TheilS derselben ist, wohl die Redeseyn. Der nüchterne Denker weiß ja, daß immer die Sa-che, nicht das Wort, zuerst entscheidet, und daß die Wissen-schaft, eben weil sie eine menschliche Hervorbringung istund an Menschen ergehet, nicht mit Einem Male Alles dar-stellen kann. Wo ihm daher etwas begegnet, das einemanderen Zweige der Philosophie, z. B. der Ethik oderAesthetik, auf die gedachte Weise angehört: da behält er sichdie völlige Erfassung oder nähere Bestimmung der Sache