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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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der Thiere, etwa» als ein Zweig der Zoologie, nicht wohl her»Vorgehen mochte. Denn findet fich gleich in unserer Spracheselbst das WortThierseele"; wer könnte aber die Psyche imThierreich aufführen, ohne dem Sprachgebrauche, welchen derGeist (Genius) unserer höher» Bildung bestimmt hat, Hohn zusprechen? Selbst das klassische Alterthum, selbst die Philologiein ihrem schönsten Bunde mit der Philosophie, so wie die Poe-sie in diesem Verbände mit letzterer, würde da kräftig wi-dersprechen. Eine solche Neuerung möchte daher, in vol,lem Ernste, nur da eintreten können, wo i) die naturalisti-sche Ansicht obwaltet den selbige kann ja, wie mit denWortengöttlich, himmlisch" re., so auch mit jenempsy-chisch, geistig" re. spielen, und wo 2) jeneNaturphilo-sophie" (?) herrschet, welche, anstatt das Poetische undPhilosophische zu unterscheiden und dann mit einander zu ver-binden, beyde mit einanderamalgamirt", d. h. vermischtund verwirrt, indem sie das Göttliche und Natürliche, Ue-bersinnliche und Sinnliche re. identifieirt." Was UebrigenSauch gerade vorwalten mag, der eigentliche Naturalismusoder diese sogenannte Philosophie der Natur: in jedem Falle fo-dert daswissenschaftliche Leben", d. h. der wissenschaftlicheCharakter, daß man wenigstens folgerecht sey, also frey undoffen auch eine Psychologie der Thiere aufstelle. Wo dieFslgerechtigkeit nicht ganz durchgeführt wird; da zeiget sichwenigstens, trotz jeder Klugheit oder Feinheit, eine Art vonKleingeistigkeit. Und ist es nicht merkwürdig, daß»obwohl eine ältere und eine ganz neue Scholastik auch denbelebten Naturwesen die (oder eine) Psyche zugeschrieben,doch überall kein Lehrbuch dieser Art weder eine Psycho-logie der Thiere noch der Pflanzen zum Vorschein ge-kommen, wahrend so viele Lehrbücher der Psychologie,in unserm Sinne, erschienen sind?! Freylich, dürfte mandie poetische Ansicht der wissenschaftlichen zum Grunde le-gen , dann müßte auch in Bezug auf jene Naturwesen einePsychologie ausgestellt werden. Aber unsere Zeit hat ge-zeigt, wohin die Vermischung der Poesie mit der Philoso-