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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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netem Verhältnisse der Menschheit ergeben *). So gehenwir dann vom Psychischen zum Sittlichen (Moralischen),Rechtlichen und Religiösen fort. Denn immer kommt derMensch wieder in Betrachtung, da weder die Gottheitnoch die Natur Subjekt der Philosophie heißen kann, unddie subjektive Menschheit soweit, als sie von der objektivenauf jener höheren Seite nicht trennbar ist, stets auf dieselbezurückweiset. Die Kenntniß des Menschen auf dieser Seiteund in solchem Umfange ist hier unsere Aufgabe.

Nichten wir nunmehr den Blick insbesondere auf denMenschen, wie er Gegenstand der wissenschaftlichen Betrach»tung ist oder seyn kann; so zeiget sich das R e i ch d e rMenschheit auf einer Seite von dem Reiche der Natur ver-schieden, und auf der andern damit verbunden. Das erstereumfasset ja zwey Welten: di e über sinnli ch e undsinnliche; oder: im Menschen erscheint ja Uebersinnlicheöund Sinnliches, wird er anders nicht schlechthin mit denNaturwesen zusammengestellt. Fasset man nun das Ueber»sinnliche in der Psyche auf, wahrend das Sinnliche alsPhysis erscheint; so ergibt sich, wie auf der einen Seitedie Psychologie, so auf der anderen die Physiolo»g i e. Und indem die logische Ansicht als solche, obwohldie metaphysische vorauSseßcnd, vordringt, erscheinet dieAntropologie überhaupt, und zerfällt in diepsy-chologische" undphysiologische" oder (wie besser gesagtwerden dürfte) psychische und physische. Diese Spra-che hat jüngsthin die Oberhand erhalten.

Diepsychische Anthropologiedie Psycholo-gie ist demnach ein Zweig der Philosophie, gerade wie diephysische Anthropologie die Physiologie ein Zweig derEmpirie ist. Za, so erscheint auch die Psychologie als einTheil der Metaphysik, wie die Physiologie als eine Abthei-lung der Physik. Und zugleich erhellet, warum die Psychologie

') S. 566 370.