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zu bringen und als ein Ganzes zu zeigen wissen, daß sie einenbequemen Überblick gibt.
4. Ein Haupterforderniß einer guten Beschreibung bestehtnoch darin, daß sie die charakteristischen Merkmahledes darzustellenden Gegenstandes aushebe, und ihn dadurchin so hohem Grade versinnliche, daß der Leser die anschaulichsteVorstellung von demselben erhalt.
Zur hohern Vollkommenheit einer Beschreibung dürstedie Beobachtung folgender Regeln sehr zweckmäßig seyn:
1. Man hüte sich, unbedeutende Gegenstände aus-führlich beschreiben zu wollen. Dieß kann zwar im Komischen,als Parodie, gute Wirkung thun; den ernsthaften Vortragaber macht es matt, schleppend, und läppisch.
2. Man überlege und unterscheide jedes Mahl genau, obdie Beschreibung an den Verstand oder an die Einbildungskraftgerichtet seyn soll. Nur im letzter» Falle kann die Anwendungdes rednerische» Schmuckes Statt finden; außerdem sind Klar-heit und Bestimmtheit in der Angabe und Zusammenstellungder Merkmahle des zu beschreibenden Gegenstandes die Haupt-sache.
3 ) Man unterlasse nicht, die wichtigste oder schönste, nachUmständen auch die tadelhafteste oder häßlichste und gefährlichsteSeite, vor den übrigen in das hellste Licht zu stellen.
4 - Man hüte sich, in einem großer» Werke Beschrei-bungen der nähmlichen, oder doch sehr ähnlicher Gegenständeoster zu wiederhohlen. Die Erschöpfung des Witzes und die aufMannigfaltigkeit der Behandlung angewandte Mühe werdennicht zur Genüge vergolten, und die daraus hervor gehendeMonotonie wird durch das Vergnügen der Vergleichung nichthinlgnglich vergütet.
» 5 . Poetische Beschreibungen thun im historischen und imdidaktischen Style nie eine gute Wirkung. Sie verrathen viel-mehr eine jugendliche Gährung und Mangel an Gediegenheitdes Geistes und des Vortrags.