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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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3. Wenn uns in dem erhaltenen Briefe eine oder die an-dere Stelle dunkel ist, so laste man sich ja von keiner falschenScham verleiten, sie für verstanden anzunehmen. Man äußerelieber geradezu seine Zweifel und Bedenken; sonst entstehenneue Mißverständnisse, und die Verwirrung wächst immerfort*).

§. 17.

Dedicationen.

Die Zueignungsschriften gehöre» zum Briefstyle, weilsie gewöhnlich in Briefform abgefaßt sind. Sie beobachten da-

*) Einige sehr zweckmäßige Vehutsamkeitsregeln gibt Pölitz in An-sehung der Beantwortung der Briefe. Sie gehören zwar nichtzur Theorie einer' Rhetorik; ich schalte sie aber deßhalb hierein, weil sse, als Klugheits Maximen, oft von großem Nutzenseyn können: »Briese des W>tzes und der Laune müssen nur inglücklichen, heitern und sorgenfreyen Stunden beantwortetwerden, wenn sie ihren Zweck nicht verfehlen sollen; hingegenBriefe des Wohlstandes verlangen, nach der eingeführtcn Con-venienz, eine sehr geschwinde Beantwortung. Briese, durchwelche wir uns gereizt und beleidigt fühlen, oder welche über-haupt eine Leidenschaft in uns aufgeregt haben, dürfen wir,um unserer eigenen Ehre und um der nachtheiligen Folgen einer,durch unsere Antwort vermehrten und erhöhten Bitterkeit undFeindschaft willen, nicht im Augenblick des Empfanges beant-worten ; vielmehr müssen wir mit dieser Beantwortung solangeanstehen, bis wir den empfangenen Brief mit Ruhe lesen kön-nen. Ist dieß noch nicht der Fall, so werden wir durch unsereAntwort nur neue Mißhelligkeiten veranlassen und die gegen-seitige Svannung und Abweichung vergrößern. Unsere Ant-wort soll nur mit Würde, mit Ruhe und Kälte abgefaßt, undnur bloß eine Befriedigung unserer Eitelkeit seyn. Auch müssenwir die Sache genau von der Person trennen, und, wo es nurmöglich ist. durch unsere Beantwortung wieder einen Schrittvorwärts zur Ausgleichung der entstandenen Mißhelligkeit thun,weil man voraus setzen darf, daß der, von dem wir den Brieferhielten, in der Folge, bey ruhiger und reifer Überlegung,die geschehene Übereilung selbst wieder bereut haben und zurVergütung derselben geneigt seyn werde."

Philosoph. Mtheil. V. Band. X