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Zweck der Rede'geht, voraus, und bestätiget sie durch die Ab-handlung so, daß sie am Ende in den Gemüthern der Zuhörerdie nölhige Gewißheit und Lebhaftigkeit behält. Die analytischeArt kehrt diese Ordnung um. Sie stellt zuerst die Theile desGanzen vor, und vereinigt sie am Ende in eine, seiner Ab-sicht gemäße Hauptvorstellung.— Jede Art hat ihre Vortheile.Tie erste greift uns offenbar an; wir sehen, wohin manuns führen will, und in jener Periode der Rede, wie weitman uns geführt hat. Die andere geht verdeckt; wir wissennicht, wohin man mit uns will. Wir können nicht sehen, wasman über uns gewonnen hat, bis wir ans Ende kommen, daalles Vorhergehende auf einmahl in einen einzigen Begriffgesammelt wird, und seine Wirkung auf cinmahl thut. Manmuß es dem Urrheil des Redners überlassen, welche von diesenArten der Anordnung er in jedem besondern Fall zu wählen hat.So viel scheint allemahl sicher zu seyn, daß in berathschlagendenReden , wo die Zuhörer mit starken Vorurtheilen gegen einenEntschluß, den der Redner durchtreiben will, eingenommensind, die analytische Methode die beste sey."
Auf jeden Fall aber muß der Redner, um der Anordnungdie mögliche Vollkommenheit zu geben, folgende Regeln be-obachten :
a) Er überschaue den zu behandelnden Stoff in seinemganzen Umfang und betrachte ihn auch von allen Seiten, ichmöchte sagen, sowohl von der Licht- als von der Schatten-seite.
k>) Er verwende sogar einige Aufmerksamkeit auf diejeni-gen Gegenstände, welche mit seinem Stoff in näherer Ver-wandtschaft, in Berührung, oder in Widerspruch stehen. Erwird dadurch Klarheit, Umsicht und Erweiterung des intellec-tuellen Gesichtskreises gewinnen.
c) Hat eres nun dahin gebracht, daß ihm der ganze Stoffmit allen seinen Bestandtheilen deutlich vor Augen liegt, under alles kennt, was sich über den Gegenstand sagen läßt, sowähle und ordne er, wie sein Zweck es fordert.