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hend, edel, erhaben u. s. w. seyn. So haben die Schriftstellerjeder Nation einen eigenen Styl, das heißt, sie unter-scheiden sich von den Schriftstellern aller übrigen Volker durchbesondere, dein Charakter und der Denkungsart der Landcsbc-wohner angemessene Eigenheit des Ausdrucks; z. B.:
Die Morgenländer beleben ihren Vortrag durch diestärksten, uuserm Gefühl nach an Übertreibung glänzenden Bil-der. Unter den Griechen selbst herrschte in dieser Hinsichteben so viel Verschiedenheit als in ihrem Charakter. „Überall/'sagt der Athener Euklides, in Barthelemy's Reise des jüngernAnacharsis, „überall richtet sich die Beredsamkeit nach dem Cha-rakter der Nation. Die Griechen in Karien, Mysien und Phry-gien sind noch ungebildet, und scheinen kein anderes Verdienstzu kennen als die Üppigkeit der sie beherrschenden Satrapen;auch schreyen die Redner, mit unnatürlicher Grelligkeil derStimme, widerlich aufgedunsene Reden her. Die Spartanerhegen, vermögt ihrer strengen Sitten und ihrer richtigen Be-urtheilungskraft, eine völlige Gleichgültigkeit gegen jede Artvon Prunk; auch sprechen sie nur Ein Wort, aber dieses Wortumfaßt bisweilen eine ganze Abhandlung der Sittenlehre oderder Staatskunst. — Ein Fremder höre unsere guten (atheni-schen) Redner, er lese unsere besten Schriftsteller, und bald wirder gewahr werden, daß er sich unter einer gebildeten, aufgeklärten,fein fühlenden, geistreichen und geschmackvollen Nation aufhslt.Bey allen unfern Verfassern wird er das uähmliche Bestrebenin Aufsuchung der für jeden Gegenstand schicklichen Schönheitenentdecken, und die uähmliche Einsicht bey deren Vertheilung.Fast überall wird er sehen, wie die großen schätzbaren Eigen-schaften des Vortrags durch Züge, welche die Aufmerksamkeiterregen, und durch Reiz, welcher die Vernunft verschönert,gehoben werden *)." —
Vom deutschen Styl erklärt Herder: „Soll ich unsererganzen Schreibart Charakter geben, so sage ich: ernsthafte
') 4. B> 2. Abth.