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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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§- r?-

Vision. Sinnliche Vergegenwärtigung.

Sie besteht darin / daß der Schriftsteller abwesende Per-sonen als gegenwärtig handelnd, oder vergangene Ereignisseals vor unfern Augen geschehend darstcllt.

Man gebrauche diese Figur nur in echt leidenschaftlichenStimmungen und im Zustande höchst entzündeter Phantasie;im entgegengesetzten Falle macht sie das Werk und den Ver-fasser lächerlich.

Ein schönes Beyspiel der Vision ßibt Cicero in der vier-ten catilinarischen Rede:

«Mir ist, als erblickte ich diese Stadt, die Zierde der Erdeund die Burg aller Nationen, plötzlich von Flammen ergriffe».Ich sehe die jammervollen Haufen ermordeter Bürger unterden Trümmern ihres zerstörten Vaterlandes unbegraben liegen.Das Bild des EetheguS, und die Wuth, mit welcher er in eu-ren Eingeweiden wühlt, schwebt mir vor Augen."

§. l6.

A m p l i fi c a t i o n. Gradation. Klimax.

Die A m pl i si c a ti o n (Erweiterung) besteht in der künst-lich gehäuften Darstellung und Zerlegung der feinsten Züge undaller besondern Umstände von Handlungen und Gegenständen,welche man in ein starkes, entweder günstiges oder nachtheili-ges Licht setzen will. Man bedient sich hierbey häufig der G r a-dation oder desKlima x, das ist, der Steigerung oder stu-fenweisen Stellung von Zügen und Umständen, welche mannach den Graden ihrer Wichtigkeit und des dadurch zu bewir-kenden Eindrucks so lange auf einander folgen läßt, bis derdarzustellende Begriff seine volle Hohe oder Tiefe erreicht hat.Man sieht hieraus, daß der Klimax aufwärts oder abwärts stei-gen kann. Im letzten: Fall nennt inan ihn auch Antikliinax; ersenkt sich vom Großen ins Kleine.