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4 . D i a sy r m u s, beißende Verspottung lebender Men-schen.j Ein Beyspiel gibt uns ein Distichon in Schillers undGöthe's Lenien:
Kant und seine Ausleger.
Wie doch ein einziger Reicher so viele Bettler in Nahrung
Setzt! Wenn die Könige bau'«, haben die Karner zu thun-
5. Sarkasmus, beißende Verspottung Sterbender.So laßt z. B. Curtius den Alexander, da er den Clitus beymGastmahl ermordet, ausrufen: „Geh, mit dem Blute desSterbenden bespritzt, geh ziun hin zu Philipp, Parmenio undAttalus (den Tobten)!
6 . Die lobende Ironie, wodurch man einem Gegen-stände, gerade um ihn noch mehr zu rühmen, eine Unvollkom-menheit beylegt, die vielmehr das Gegentheil seiner vortreff-lichen Eigenschaften ist; wenn man z. B. ein schnelles, schönes undmuthiges Reitpferd einen lahmen Ackergaul nennte.
7 . Gestio ul atio, Verspottung, durch die mit derRede verbundenen, dem Sinn derselben widersprechenden Mie-nen und Geberden.
8 . Es gibt, wie Quintilian bemerkt, auch eine Iro-nie desLebens, wovon uns das Leben des Sokrates einBeyspiel gibt. Er hieß ein Spötter, weil er stets den Unver-ständigen und den Bewunderer Anderer spielte, die er für weiseMänner zu halten schien , aber gerade dadurch ihre Unwissen-heit aufdeckte.
Wir sehen hieraus, daß sowohl die Einkleidung, alsauch der Grad des Spottes sehr verschieden seyn kann. DieEinkleidung: man lobt, wo man tadeln will; man tadelt, woman loben will; man zeigt sich sehr ernsthaft, wo man Lachenerregen will; man stellt sich albern, wo man sehr witzig ist.
So sind auch die Grade des Spottes zu bemerken:
Mäßiger Spott, der bloßes Lächeln bewirken soll;fröhlicher Spott, welcher scherzt, ohne weh zu thun.