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Diese Figur, schicklich gebraucht, dient überhaupt dazu,den Gedanken, durch die Verbindung von Verschiedenheiten,Licht und Glanz zu verschaffen; denn sie ist eine Figur derruhigeren Gattung. In Aufsätzen, wo Witz und Laune herr-schen, oder wenn man lobt, tadelt, unterrichtet, zerlegt,thut sie immer gute Wirkung. Sentenzen lassen sich oft sehrgut in Antithesen einkleiden, besonders, wenn sie, fern vonallem Affect, reine Früchte des Nachdenkens sind; sie prägensich sodann dem Gedächtnisse schnell und tief ein. Von dieserArt sind die Sentenzen des Publius Syrus. Z. D.:
Hui servil, partern clovlinatus teilet.
^uclenclo virtus crescit, tsr^suclo tiirror.
6ui plus licet, yusvr pvr est, plus vult, Husiu licet.
Diese Figur ist zwar oft sehr wirksam, aber auch sehr ver-sührisch durch falschen Schimmer. Sobald sie irgendwo zu häu-fig gebraucht wird, fällt man ins Gesuchte, Witzelnde undSpielende. Zur Sprache des Herzens und der Leidenschaftpaßt sie gar nicht. Besonders frostig wird der Vortrag, wenndie Gegensätze in den Worten schwach und erkünstelt sind. Fol-gen zu lange Reihen von Antithesen ununterbrochen auf ein-ander, so erweckt dieß in uns eine unangenehme Empfindung,welche derjenigen ähnlich ist,,die durch ein zu grelles Licht her-vorgebracht wird.
Unter den alten Schriftstellern sind Plutarch, Seneca,Florus, Plinius, Ovid, Martial und Luean am reichsten anAntithesen; unter den neueren: Shakespeare, Aoung, Fon-tenelle, Voltaire, Jean Paul, Hippel, Schiller u. s. w. ZurÜbung folgen hier einige Beyspiele aus vorzüglichen Schrift-stellern :
Victrix eausn lliis plsooit, soll victa Latoui, /.Itcan.
Illtvlix Diclo nulli l>sve uupts msrito:
Uoc pereuMo tugis, Iioo tugieute peris.
Honesta res est, laeta paupertus. lila vero non essapuperkas, si laeta est. du! enim cum paupertate bene