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§. » 2 .
Antithese.
Die Antithese ist die Zusammenstellung von Begriffenentgegengesetzter Beschaffenheit, die in irgend einem Punctewirklich oder scheinbar Übereinkommen. Dieß kann entweder ineinzelnen Worten, oder in ganzen Sätzen geschehen.
Im erstem Fall wird sie Verbal - Antithese genannt;im letztem Real- Antithese. Werden die Gegensätze mitmehr Ausführlichkeit behandelt, so bekommt diese Figur denNahmen Antitheton.
Eine Hauptregel bey dem Gebrauche der Antithesen ist:Man vermeide jede künstliche Entgegensetzung der Worte,wo kein Gegensatz in den Gedanken ist; denn zwischen den Ge-danken und dem Ausdruck muß stets Einheit herrschen.
Die Entgegensetzung kann auf verschiedene Arten ge-schehen :
». Durch einzelne Worte; z. B.: „Sittenlosigkeit besiegtedie Schamhaftigkeit, Frechheit die Furcht, Unsinn den Ver-stand." Cic.
2 . Durch je zwey und zwey Worte; z. B.: „Dieß ist einUmstand, den nicht mein Genie, den eure Hülfe allein hebenkann." — Cic.
3. Durch ganze Sätze. Z. B.: „So wie an andern Or-ten die Wahrheit zu wenig Unterstützung findet, zu wenigMacht hat, so muß an diesem Orte unrechtmäßiger Haßganz unvermögend seyn. Er herrsche in Privatversammlungen,aber vor Gericht unterliege er; er sey mächtig im Wahneund in den Verleumdungen der Unverständigen, aber von derKlugheit des Weisen werde er verworfen; er äußere schnelleund heftige Eindrücke, aber mit der Zeit, und nach bedächtli-cher Überlegung veralte er." — Cic.
4- Es wird nicht immer jedem Worte sein Gegensatz gleichbeygefügt; sondern es werden die Antithesen aller vorhergegan-genen Worte manchmahl erst in der Folge einzeln angege-ben. Z. B.:
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