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Figürliche Ausdrücke entstehen also, wenn man darzustel-lende Begriffe und Gegenstände nicht bloß geradezu bezeichnet,sondern sie durch Hinzufügung eines Bildes so ansdrückc, daßder Eindruck dadurch einen höher» Grad von Starke und Leb-haftigkeit erhalt. Wenn man z. B- sagt:
„Dem redlichen Manne bleibt auch im Unglück noch einTrost:" so ist dieser Gedanke mit den eigentlichsten Worten undauf die einfachste Weise ausgedrückt. Sagt man aber:
„Dem Redlichen leuchtet auch in der Finsterniß ein Licht:"so wird der Gedanke in einen figürlichen Ausdruck eingekleidet;denn es sind die Bilder von Licht und Finsterniß hinzu-gekommen statt der eigentlichen Ausdrücke Trost und Un-glück. <
§. 2 .
Figuren und Tropen.
Alles Figürliche des Ausdrucks zerfallt in zwey Haupt-gattungen : Tropen und eigentliche Figu r e n.
Der Trope ist die zweckmäßige Veränderung der eigen-thümlichen und ursprünglichen Bedeutung eines Gegenstandesoder Begriffs, den man verschweig^, in eine uneigenrhümli-che. Z. B.
„Des Lebens May blüht einmahl und nicht wieder-"
Schiller-
Der eigenthümliche Begriff: des Lebens Jugend ist hierverschwiegen, und es steht dafür der Trope M a y.
Die Figur ist eine besondere, von der Sprache des ge-meinen Lebens abweichende, Form oder Wendung des Ausdruckszur Beförderung seiner Schönheit, welche der höchste Zweck al-ler ästhetischen Darstellung ist.
Es zeigt sich hieraus, daß die Figur mehr Ausdehnung undMannigfaltigkeit hat, als der Trope, und dieser letztere eigent-lich nur eine untergeordnete und beschränktere Figur ist, welcheaus der Verwechslung der ästhetisch vollkommneren Nebenvor-