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les von uns/ in welchem der G r u n d/ dieRegel und das M u-fter des Ebenmaßes und der Verhältnisse liegt. Bey derNothwendigkeit, Athem zu hohlen / hat sich die Nothwendig-keit des rednerischen Numerus zuerst gezeigt. Das Werkzeugdes Athemhohlens muß eine Zwischenzeit haben, seine Schnell-kraft wieder anzunehme»; und die Natur, die das Ergehenniemahls von dem wahren Nutzen trennt, hat mit dem Ein-athmen ein Vergnügen verbunden, welches der Zuhörer nichtweniger als der Redner empfindet *).
Der Numerus in seinem weitesten Umfang besteht also inder symmetrischen Vereinigung von Eurythm ie (Wohlbewe-gung) und Euphonie (Wohlklang), und äußert seine Wir-kung eben sowohl in der abgemessenen Bewegung (Rhythmus)als in den natürlichen und künstlichen Ruhepuncten und in demSchlußsall der Rede **). Der Numerus findet daher nur indem Perioden den Spielraum seiner vollständigen Entwicklung.
Das Wort Numerus wurde aus der lateinischen Sprachegenommen, und aus Mangel eines gleichbedeutenden deutschenWortes beybehalren. Bey den Rhetorikern wird nurnerus ora-torius und poelicus unterschieden. Zu dem poetischen Nume-rus rechnen sie gewöhnlich das, was wir den Wohlklang nann-ten, wenn er im Sylben Maße erscheint; unter dem Worte Nu-merus allein begreift man gewöhnlich die symmetrische Vollkom-menheit der ungebundenen Rede.
§. 12 .
Grade des rednerischen Numerus.
Man unterscheidet drey Grade des rednerischen Numerus:
Der erste und geringste Grad dieses Numerus findetStatt, wo die Rede keinen andern Zweck hat, als das Noth-wendige auszudrücken und verständlich zu seyn. Es handelt sichhier bloß darum, daß Alles, was die Aussprache und den Vor-trag erschweret, vermieden werde, daß folglich Sätze und Pe-
*) Batteux, Einleit. in d. sch. W. §. Band.
*') Daher, die Benennung des numervsen Schlußfalles.