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pier daseinhauchen, was so voll, so warm in deiner Seelelebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wiedeine Seeleist der Spiegel des lebendigen Gottes."
Das Bild schließt sich, wie es anhob, mit dem unmittel-baren Ausdruck der Empfindung:
Anfang.
„ich bin nie ein größerer Mahler gewesen, als in diesen Au-genblicken" —
Schluß.
„Könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, sowarm in deiner Seele lebt!"
„Gerade mit diesem Wunsche und mir jenem Selbstgefühlzusammen genommen, ist hier derAusdruck der getreueste Spie-gel der Seele, welchen vielleicht je eine Feder entworfen hat;und möge dieß Bild einem jeden, der Empfindungen an denSchönheiten der Natur erkünstelt, und Gefühle aussprechenwill, die ernichthat, zur Verzweiflung aufgestellt seyn ! Denndas sieht ein jeder wohl ein, daß der Dichter, als er seine Ge-mahlde entwarf, nicht an Umriß, Niedersenkung, Erhebung,oder Vollendung dachte, sondern daß nur durch das Bestreben,treu und wahr seine Empfindungen auszusprechen, jener Umriß,jenes harmonische Steigen und Fallen', und jene reizende Voll-endung sich bildete; denn Schönheit und Wahrheit sind unzer-trennlich mit einander verknüpft *).
Die höchste Wahrheit des Ausdrucks bildet ihn auch schön,weil sie ihn der Natur nachbildet. Und alles Bestreben nachSchönheit des Ausdrucks wird vergeblich seyn, wenn das Be-streben nach Treue und Wahrheit ihm nicht vorgegangen ist;wenn die Seele nicht sorgsam auf den inner« Eindruck gelauscht
*) Möge sich jeder Jüngling bey seinen schriftlichen Versuchen, sowie in seinem moralischen Handeln diese goldene Regel tiefeinprägen, keine echte Schönheit ist ohne Wahrheit möglich!