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seine schmeichelnde Vieltönigkeit erreichen könnte. Der Wohllautfordert, daß schöne und mannigfaltige Vocale mit hinlänglichen,nicht übertäubenden Consonanten, ohne Anhäufung einer Art,am wenigsten der hauchenden und der zischenden, sowohl in ge-hobenen als gesenkten Sylben aushallen. Sorglos behandelt,wird die Sprache der zu lange barbarischen Deutschen leicht ein-tönig durch wiederkehrende e, i, ü, und durch gleichförmige En-dungen mit e, von welchen die Endung en am zudringlichstenist; noch leichter wird sie auch durch zu viele und hart anstoßen-de Consonanten. Aber selbst der Grieche und der Römer ver-mied Anhäufung von Gebrumm und Gezirp und widerlichenMitlaurern, auch begegnende Härten, wie is-aX/leT-ar,
ätirps stringitur; selbst der melodische, fast weibliche Italienermuß, wo es Wohlklang gilt, einem beträchtlichen Theil seinerSprache ausweichen. Wenn also ein Deutscher Mißtöne, wie:„jetzt sprach ; wälzt Ströme; ich mich richtig herauszuwürgensich erlaubt, so hat er, wie groß auch seine übrigen Verdiensteseyn mögen, das Recht verloren, sich über seine Sprache zu be-schweren, oder ihre Gebrechen zu beschönigen." —
Ich füge hier im Auszuge einige Anmerkungen zu demvorstehenden Gedichte bey, welche Voß zur bessern Verständlich-keit desselben für nöthig hielt.
Zur ersten Strophe:
Flora, eine italische Gsttinn alles Blühenden.
Aurora, die griechische Eos, bringt mir der Morgenrö-the das Tageslicht, und nachdem sieden Sonnengott Heliosdurch den Himmel begleitet hat, beschließt sie den Tag mit derAbendköche.
Der Ocean ward als ein Strom, oder als ein strömen-des Meer, um die vom Himmelsgewölbe bedeckte Erdscheibe,gedacht; aus ihm stiegen Eos und Helios im Osten empor,und senkten sich im Westen in ein Fahrzeug, welches sie umdeu nördlichen Rand zum Aufgange zurücktrug.
Zur zweyten Strophe:
Amphion, ein thebischer Hirlensänger, dessen Gesang Stei-