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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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Man könnte hier die Frage aufwersen, ob die Schwie-rigkeit einesGegenstandes etwa den Mangel an Deut-lichkeit entschuldigen kann? Keineswegs. Was man deutlichdenkt, sagt Hugo Blair in seinen rhetorischen Vorlesungen,kann man auch deutlich aus drücken; über einen Gegenstandaber, den man nicht deutlich erkennt, soll man auch nicht schrei-ben. Deutlichkeit des Ausdrucks ist eine nolhwendige Folge derKlarheit der Begriffe, so wie Dunkelheit des Ausdrucks auSVerworrenheit der Begriffe entsteht.

§. 3i.

P r ä e i s i o n.

Die lateinische Benennung des bey uns eingebürgertenWortes Präcision kommt von praLcickero, abschneiden.Präcision ist hiernach eigentlich nichts anderes, als die Be-schneidung alles Überflüssigen; der präcise Ausdruck aber der-jenige, welcher nicht mehr und nicht weniger gibt, als eine ge-naue Bezeichnung der Gedanken, welche dem Darstellendenvorschweben.

Die Präcision zerfällt daher in zwey Haupteigenschafren :Bestimmtheit und Kürze. Die Bestimmtheit be-steht in der richtigen Auswahl der passendsten Wörter und Aus»drücke zur Bezeichnung von Ideen, Empfindungen und Gegen-ständen. Die K ü rze aber liegt darin, daß man nur solcheAusdrücke wählt, welche zur Bezeichnung der darzustellendenBegriffe, Gefühle und Gegenstände wesentlich gehören, folg-lich nicht wegbleiben können ohne Dunkelheit zu verursachen.

§. 32 .

Arten der Präcision.

Die Präcision desAusdruckes ist unzertrennlich vonder Präcision der Gedanken; wer daher präcis schrei-ben will, muß zuerst präcis denken.

Man kann aber auf drcy Arten gegen die Präcision ver-stoßen :