In ihrem Ursprung war vor ZeitenSo weiß die Ros', daß mit ihr kaumDes schnellen Wassers frischer Schaum,Noch auch der Frühreif konnte streiten;Auch konnte nicht des Silbers Schein,Nicht reine Milch, noch ElfenbeinBey ihrer Weiße wohl bestehen;
Ja, weißer war die süße Ros',
Denn auf der kalten Erde SchooßDer frisch gefallne Schnee, zu sehen.
Als aber Venus hier auf ErdenDurch ihrer Schönheit Gegenwart,
Mit ihren Worten, lieb und zart.
Mit herzentzückenden Geberden,
Mit seelergründend süßer Gunst,
Mit geistverblendend starker Kunst,
Mit Küssen, nectargleich befeuchtet,
, Mit ihrer Augen goldnem GlanzDas junge Volk der Erde ganzBelebt, befeuert und erleuchtet:
Da sah man sich die Menschen neigen,Und lieb zu seyn um süßen Preis,
Sich freundlich, artig, sittsam, weis',Auch wacker, kühn und stattlich zeigen.Bald sah man diese froh durch Lieb',Durch Liebe jene krank und trüb;
Die Einen sah man, voller Schmerzen,Beklagen schwer ihr junges Blut,
Die Andern lustvoll, frisch an Muth,
Sich herzend mit einander scherzen.
Die Göttinn selbst, sich zu ergehen.
Zog mit Adonis, der ihr Herz,
Ihr größte Kurzweil, Freud' und Scherz,Hinaus, zu jagen und zu Hetzen.
Und an des liebe» Jagers Seit'
Sah man sie selber ungescheut