Dieß Zeugniß ernster SacheTrag' ich, ein Geist der Rache,
Noch vor dein Todesbette,
Vergißt Luisa mich.
Doch nein! Wenn sie vergäße.
Vergäße den Getreuen!
Lrstsa! mit VerzeihenRächt edle Liebe sich.
Wen» Untreu' uns geschieden,
So leb', und leb' in Frieden;
Ich sey des Schicksals Opfer;
Der Trauernde sey ich!
Ja, lebe! Stirb in Frieden!
Auf deinem SterbekissenErinnre das GewissenMit keinem Laut an mich!
Mein Geist soll um dich weinen,
Soll aber nicht erscheinen.
Ein Geist, den du einst liebtest,
Sey keinem fürchterlich!
Klamer E. C. Schmidt.
Feuer färb.
Ich weiß eine Farbe, der bin ich so hold,
Die achte ich höher als Silber und Gold,
Die trag' ich so gerne um Stirn und Gewand,
Und habe sie Farbe der Wahrheit genannt.
Wohl reizet die Rose mit sanfter Gewalt,
Doch bald ist verblichen die süße Gestalt;
Drum ward sie zur Blume der Liebe geweiht:
Bald schwindet ihr Zauber vom Hauche der Zeit.
Die Bläue des Himmels strahlt herrlich und mild;Drum gab man der Treue dieß freundliche Bild.Doch trübet manch Wölkchen den Äther so rein:
So schleichen bcym Treuen oft Sorgen sich ein.