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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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D i e M o r g a n a. *)

(Sicilranische Idylle.)

traulich umhüllte die Nacht den Schlummer der ruhenden Erde,Wie auf gesättigtem Nest ein Muttervogel sich wieget.

Und in die Fluthen verschmolz der sterneschimmernde Himmel,Feuriges Bild des geistigen Traums in friedlicher Seele.Wonnebeflügelt entschwebte der Duft den blühenden Hainen,

Die am Gestade des Meers umschirmten die freundliche Hütte ,Freudig bewohnt von Althea, mit'Cata l i n a, dem zartenTöchterlein, innig verschwistert an Färb' und Milde den Roien.Athmend kaum, erlabte sich still am Schlummer die Greisinn;

Aber am Lager des Mädchens stand der lieblichste Traumgott,Lieblich führwahr, denn er glich der Gestalt des fernen Ro-berto,

Melcher nun seit zwölf Monden auf fremden Meeren hinschiffte.

Mit des Geliebten Entfernung entglühte die Liebe des MädchensImmer zu höherer Gluth, und durch vermeinte GefahrenMachte die Sehnsucht ihn stets dem geängsteten Herzen noch

theurer.

Jeßo verscheucht' eine Mücke den Traum des lieblichen Mädchens;Plötzlich entflog dem erglänzenden Auge die seidene Wimper,

Und es spiegelten sich in den Sternen die Sterne des Himmels.Schnell nun sendend den Blick zum östlich anglimmenden Dunkel,

') An der sicilianischen Meerenge und andern Küsten zeigen sich zuwei-len kurz vor dem Aufgang der Sonne, vermittelst einer besonderenStrahlenbrechung, auf der Oberfläche des Wassers mancherlcy Gestal-ten , als Städte, Kirchen, Männer, Weiber, Thiere u. s. w., welche,wie die Sonne höher steigt, ei» gemischtes Chaos werden, und endlichverschwinden. Das Volk schreibt diese Naturerscheinung der Fee Mor-gana zu; daher ihr Nähme.