Und es wuchsen und blühten die Rosen so schönUnd der Garten thät so gedeih'n.
Daß man schöner mocht' in der Welt nichts seh'n.Als die Aue bey Worms im Rhein.
Die Normannen aber des, Hohnes gedachtVon ihren Rosen am Rhein,
Wie Günther es ihnen zum Vorwurf gemacht»
Und mochten's zufrieden nicht seyn.
Und noch viel hundert Jahre nachherSie mochten's eingedenk seyn.
Und immerdar war der Normannen Begehr,
Daß sie holten die Rosen am Rhein.
Da haben sie auf zu Schiff sich gemacht.
Und fuhren an alles Land,
Und haben immer zum Rhein getracht't.
Fanden immer Widerstand.
Doch sie kamen einmahl mit großem HäufDie Nordsee oben herein.
Und brachen durch alles Land herauf.
Und drangen bis an den Rhein.
Und sind mit der Macht auf Worms gerückt,Da thäten sie sehr sich freu'n:
»Nun haben wir doch die Rosen gepflückt,
Die schonen Rosen am Rhein."
Doch Kaiser Arnulph sammelt' sein Heer,
Zog auf die Normannen an,
Und focht gewaltig und schlug sie sehr»
Erlegte zehntausend Mann.
Und weil der Sieg den Deutschen geglückt.Da thäten sie sehr sich freu'n:
»Ihr habt wohl die Rosen am Rhein gepflückt»Doch mußten zu stachlicht sie seyn."