Er schwingt sich aufs Roß,
Der Knappen TroßKommt traurig ihm entgegen;
Den Jüngling beklagt das ganze Schloß,
Der Geistliche gibt ihm den Segen.
Und festlich schmückt man die jammernde Braut,Die der kühne Graf will erwerben;
Da schmettern drepmahl Trompeten laut,
Sie werben
Zur Liebe oder zum Sterben.
Und er sprengt gewandtAn der Felsen Rand,
Und das Roß setzt keck auf die Mauer,Einen Kuß noch wirft er mit flüchtiger Hand;
Ihn faßt nicht Schwindel, noch Schauer.Sein wackres Roß geht Schritt für Schritt,
Es trägt den wackersten Küabeu, —
Da wankt ein Stein, das Roß wankt mitUnd es haben
Die Felsen den Ritter begraben.-
Die Gräfinn sank.
Aller Sinne frank;
Es ergriff sie ein tödtliches Fieber.
Sie siechte wohl viele Wochen lang,
Der Tod war' ihr tausendmahl lieber.
Und als sie endlich genesen war,
Da sind auch drey Brüder erschienen.
Die wollten die Braut durch TodesgefahrVerdienen,
Oder sterbend den Schwur versöhnen.
»Laßt ab, laßt ab!
»'s ist Euer Grab;"
So beschwor sie die Gräfinn mit Zähre»;»Schon stürzte ein Wackrer hinab;
»Wollt Ihr meine Qual noch vermehren?»Und soll ich morden ein ganzes Geschlecht?»Nein, theilt Euch in all' meine Güter,