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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
258
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Hoch um Mittag liegt zu Tage,

So wird das von mir erkannt.

Rümpften Tausend auch die Nasen:

»Deine Sinne täuschen dich!

Große Liebe macht dich rasen!"

O ihr Tausend seyd nicht Ich!

Ich, ich weiß cs, was ich sage!

Denn ich weiß es, was sie ist.

Was sie wiegt auf rechter Wage,

Was nach rechtem Maß sie mißt.

And're mögen And're loben,

Und zu Engeln sie erhöh'n!

Mir, von unten auf bis oben,

Dünkt, wie sie nicht Eine schon.

Wie von aussen, so von innen,

Dünkt auch nüchtern meinem SinnSie der höchsten KöniginnenAller Anmuth Königinn.

Bettelarm ist, sie zu schildern,

Aller Sprachen Überfluß.

Zwischen tausend schönen BildernWühlt umsonst mein Genius.

Sprach' ich auch mit EngelzungcnUnd in Himmelsmelodie,

Dennoch, dennoch unbesunge»,

Wie sie werth ist, bliebe sie.

Eine solche ist es! Eine,

Die kein Nähme nennen kann!

D-e zu vollem HerzvereiueMich so innig liebgewann,

Daß ihr seligster Gedanke,

Den sie dachte, wie den StabRund herum des Weinstocks Rank«,

Tag und Nacht nur mich umgab.

Welch ein Sehnen, welch ein Schmachte»,Wenn sie mich nicht sah und fand!