128
Hexameter am besten auf der ersten Sylbe des dritten Gliedes,oder auf der ersten Sylbe des zweyten und des vierten Glie-des ; z. B. in G ö t h e's Distichon:
Werden, als dienendes Glied >oder in der angeführten Stelle von Voß:
Hielt sie den Rumps in der Linken, und dreht' >
Der Alexandriner hat die Cäsur in der Mitte:
Hier, wo ich mich versenkt j in meinen Schmerz verhülle.Verdopple sich die Nacht! j Ein inächt'ger Schauer rauschtDurch das erschrockne Thal, > in dem kein Waldgott lauscht.
Cronegk.
Im jambischen Trimeter soll die Cäsur nach dem zweytenoder in den dritten Fuß fallen.
Die Cäsur heißt unveränderlich, wenn sie nur aufeine Art Statt findet, wie z. B. im Pentameter die Längeauf dem dritten Fuß; im Gegentheil, wenn sie nähmlich wech-seln kann, wie im Hexameter, heißt sie eine verän-derliche.
Hinsichtlich der Richtigkeit und Schönheit der Cäsur istzu beobachten:
a) Sie darf nie gewaltsame Trennungen bewirken, z. B.die Präposition oder das Adjectiv vom Substantiv.
b) Sie darf und kann keine prosodische Kürze zur Längemachen.
c) Sie soll dem declamatorischen nothwendigen Ruhepunccnicht entgegen seyn.
<)) Sie soll die betonte Endsylbe (Länge) eines Work-fußes treffen, z. B. Gewinn; hier kann die Endsylbe Cä-sur seyn; die zweyle Sylbe im Wort gewinnen könntekeine Cäsur werden.
e) Sie soll nie auf ganz unbedeutende Redetheile undWörter fallen; auch sollen