I2l
Nachtende Tiefen,
Gähnende Spalten,
Ihnen entsteigen die Todesgestalten,
Bleiche, verschleyerte Schemen der Nacht,
Denen nie wieder ein Morgen erwacht.
Friderike Brun.
Jambisch-daktylisch.
Ich komme zur QuelleRecht traulich gegangen;
An einsamer WelleVerschwindet das Bangen.
F o u q u ö.
Wir fröhlichen Jäger, wir reiten in's Feld,
Weit, weit vom heimischen Rheine;
Wir reiten nach Ehre und nicht nach Geld,
Fort, fort über Hecken und Steine.
Aloys Schreiber.Ich liebe die Rose, die Blume der Freude»
Ich liebe Cypressen, der Trauer Geschmeide,
Ich liebe die Becher und fröhlichen Klang,
Ich liebe die Urnen und Wehmuthgesang.
H e y d e n r e i ch.
Höhere daktylische Versarten sind:
s) Der Hexameter, dessen herrschender Fuß der Dak-tylus ist. Dieser Vers hat seinen Nahmen von den sechs Fußen,aus welchen er besteht. Die vier ersten Füße müssen Daktylenoder Trochäen (doch meistens Daktylen) seyn; der fünfte ist einDaktylus, der sechste ein Spondäus oder Trochäus.
Dieser Vers kann durch die Mannigfaltigkeit der wechseln-den Füße den verschiedenartigsten Charakter annehmen, undpaßt zum Ausdruck des Ernsten oder Heitern, des Erhabenen,Lieblichen, Heftigen u. s. w.
Die Cäsur (den Ruhepunct) soll der Hexameter durch einebetonte Länge entweder in der ersten Sylbe des drittenFußes haben, wie z. B.
Eile mir, (tauschender) Traum, zu den rüstigen (Schiffen Ä-) chäja's.