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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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so wie die griechische Dichtkunst heiter machte im Gegen-sätze der modernen: so macht der Humor zum Theil ernst imGegensätze des alten Scherzes; er geht auf dem niedrigenSokus, aber oft mit der tragischen Maske wenigstens in derHand. Darum waren nicht nur große Humoristen sehr ernst,sondern gerade einem melancholischen Volke (den Englän-dern)" haben wir die besten zu verdanken. Die Alten warenzu lebenslustig zur humoristischen Lebensvcrachlung." Die ver-nichtende Idee des Humors erklärt Richter eben aus der ihmbeywohnenden Wcltverachtung.

c) Die Subj ectivität, der komische Gebrauch desJchs.Bey jedem Humoristen spielt das Ich die erste Rolle;wo er kann, zieht er sogar seine persönlichen Verhältnisse aufsein komisches Thearer, wiewohl nur, um sie poetisch zu ver-nichten. Da er sein eigner Hofnarr und sein eigenes komischesMasken-Quartett ist, aber auch selber der Regent und Regis-seur dazu: so muß der Leser einige Liebe, wenigstens keinenHaß gegen das schreibende Ich mirbringcn, und dessen Schei-nen nicht zum Seyn machen." Darum ist der Ekel am After-Humoristen so groß, weil dieser eine Natur bloß scheinen will,die er schon wirklich ist.

c>) Humoristische Sinnlichkeit, welche alles bisins Kleinste individualisirt, selbst die Theile des schon Jndivi-dnalisirten.Der Komiker heftet uns enge ans sinnlich Be-stimmte. Er fällt z. B. nicht auf das Knie, sondern auf beyde,ja auf beyde Kniescheiben, ja er kann sogar die Kniekehle ge-brauchen." Noch gibt Richter mehrere andere Hulfsmittel derhumoristischen Sinnlichkeit, z. B. die technischen Termen,die Paraphrase, oder die Zersällung des Subjects und Prä-dicats; so z. B. nennt Rabelais, wenn er sagen will, daßGargantua spielte, zwey hundert und sechzehn Spiele *).

*) Gargantua und Pantagruel, ein humoristisch - satyrischcr Ro-man, worin Rabelais (der im Jahre i55Z starb) den zu seinerZeit herrschenden Geschmack an abenteuerlichen Wunder-Scenenu.dgl. lächerlich macht.