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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
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Doch meine leeren Seufzer sinv umsonst,

Und schnelle Eil' erfordert meine That!

O Tod, Tod! erschein' und schau mich an:

Dort unten bin ich bald dein MitgenoßUnd du, o Glanz des Strahlentages, duDes Sonnenwagens Lenker, höre mich,

Zum letzten Mahl! nie steh' ich dir hinfort:

O Licht! O Salamis geweihter Boden,

Du Heimathsland! O väterlicher Herd!

Der Götter ruhmgekrönte Stadt, Athen!

Und ihr Genossen meiner Jugend, FlüssUnd Quelle», und ihr Fluren JlionS!

Ach! und ihr, meine Älter», lebet wohl!

Dieß ist das letzte, was euch Ajas sagt:

Den Schatten in dem Hades sag' ich mehr.

(Er fällt in sein Schwert.)

Hamlet (über Selbstmord mit sich zu Rathe gehend).

Seyn, oder Nichtseyn, das ist hier die Frage:

Ob's edler im Gemüth, die Pfeil' und SchleudernDes wüthenden Geschicks erdulden, oderSich waffnend gegen eine Schar von Plagen,

Durch Widerstand sie enden. Sterben» schlafen.

Nichts weiter! und zu wissen, daß ein SchlafDas Herzweh und die tausend Stöße endet.

Des Fleisches Erbtheil das ist doch ein Ziel,

Aufs Innigste zu wünschen. Sterben schlafen.

Schlafen! vielleicht auch träumen!Ja, da liegt's:Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen.

Wenn wir des Körpers Joch nun abgeschüttelt.

Das zwingt uns, still zu steh'n. Das ist die Rücksicht, dieElend zu hohen Jahren kommen läßt,

Denn wer ertrüg' der Zeiten Spott und Geißel,

Des Mächt'gen Druck, des Stolzen Mißhandlungen,Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,

Den Übermuth der Hohen, und die Schmach,

Die Unwerth schweigendem Verdienst erweist:

Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnteMit einer Nadel bloß? Wer trüge Bürden,

Und stöhnt' und schwitzte unter Lebensmüh?

Philosoph, Abtheil. ^ll. Band, I