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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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daher auch Nationaltanze nur in dieser Beziehung im Ge-biethe der Kunst in Berücksichtigung kommen.

r§9.

Eine höhere Art der Tanzkunst ist die mimische Orchestik;nähmlich die Vereinigung der Mimik und der Tanzkunst zurDarstellung bestimmter Charaktere und Handlungen. Da Mi-mik und Tanz hier zu einem Zwecke sich verbinden, so müssenbeytze nicht nur in beständiger Wechselwirkung, sondern auchzum Ausdrucke durch Körperbewegung innig verschmolzen seyn.Schon die Alten kannten die Orchestik als Pantomime undBallet. In der neueren Zeit erhielt die Pantomime vorzüglichzu komischen, das Ballet zu ernsten Darstellungen die An-wendung.

c) Schauspielkunst.

150.

Die Schauspielkunst ist die Darstellung des Schonen durchmenschliche Charaktere in lebendigen Handlungen. Sie erreichtdiesen Zweck eniweder durch Verbindung der Mimik mir derDeelamarion, und dann heißt ihr Product das eigenclicheSchauspiel; oder durch Verbindung der Mimik mit der Sing-kunst, wodurch die Oper hervorgeht.

151.

Declamation ist die Kunst des schönen Vortrages einerRede. Sie beruht vorzüglich auf Deutlichkeit der Ausspracheund richtiger Articiilarion, auf genauer Beobachtung des Wort-und Rede-Accentsund des Empfindungstones, und auf einerrichtigen Modulation der Summe nach dem Sinne des Vor-zukragenden und dem Herrschenden Gemürhszustande. Singkunstist die Kunst des schönen Vortrages eines Gesanges.

IÜ2.

Auch in der Schausvielkunst sind Künstler und KunstwerkEines, da der Künstler sein Werk an sich selbst hervorbringt.