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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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Relief immer eines Anhaltspunktes benöthiget, so besteht esselten selbstständig; gewöhnlich dient es zur AuSzierung andererWerke, vorzüglich der Werke der Baukunst.

,27.

Die Steinschneidekunst beschäftiget sich mit dem Reliefauf Edelsteinen. Sind die Gestalten halb erhaben aus demSteine hervortrerend gearbeitet, so heißt der Stein Camee;sind die Figuren einwärts in den Stein, in die Tiefe gearbei-tet, so heißt der Stein Gemme. Die aus dem Alterthume aufuns gekommenen Cameen und Gemmen werden mit dem ge-meinschaftlichen Nahmen Antiken bezeichnet. Abdrücke der An-tiken in Gyps, Schwefel, Talkerde u. dgl. heißen Pasten.

6) Baukunst.

128.

Die Baukunst oder Architektur ist jene plastische Kunst,welche das Schöne in den Massen der Bauwerke darstellt. Inso fern die Baukunst ausschließend damit sich beschäftigen wollte,Gebäude für das physische Bedürfnis;, mithin zu außerastheti-schen Zwecken herzustellen, wie dieses bey den Werken der so-genannten bürgerlichen Baukunst der Fall ist, könnten ihreProducte auf Kunstwerth keinen Anspruch machen. Wenn je-doch die Architektur Befriedigung des physischen Bedürfnissesals untergeordneten Zweck behandelt, und unmittelbar nachDarstellung der Schönheit strebt, so muß sie als eigentlicheKunst betrachtet werden, da untergeordnete Zwecke mit demWesen der Kunst keineswegs unverträglich sind.

129.

Das Musterbild der Baukunst ist die organische Natur;doch muß das Streben der architektonischen Kunst nicht aufempirische Nachbildung, sondern auf sinnbildliche Darstellungder Organisation gerichtet seyn. Die höhere Organisation hat