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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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58 .

Zum Satirischen können auch die beyden Hülfsmittel desKomischen, die Parodie und die Travestirung, gezählt werden.

Die Darstellungsweise, welche unedle oder unwichtige Gegen-stände im Tone der Würde und Wichtigkeit, oder auch nureinfache, mit Schmuck unverträgliche Gegenstände mit großemPrunke vorträgt, heißt Parodie. Die Travestirung aber führet ^würdige Gegenstände im Kleide des Possenhaften vor. BeydeDarstellungsarcen sind keineswegs bloß auf die Umstaltungbestehender ernster Werke beschränkt; sie können selbstständigeinen beliebigen Gegenstand ergreifen.

59.

Das Vermögen, das ästhetisch Vollkommene zn erkennen,heißt Geschmaek, Schönheitssinn. Die Erkenntniß des Schö-nen ist sters mir einem Lustgefühle eigener Art, dem ästhetischenWohlgefallen, verbunden. Das Vermögen des Geschmackes istjedem Menschen eigen, und die Erkennrniß des Schonen hatAllgemeingültigkeit. Doch das Erkennen der Schönheit kannnur Gemeingülrigkeit haben, und die Geschmacksurcheile sindverschieden, nach Verschiedenheit der einzelnen sinnlichen Natu-ren, und nach den verschiedenen Graden der Culkur in Hinsichtauf theoretische und praktische Vernunft.

60.

An den Geschmacksurtheilen unterscheidet Kant die zwey-fache Eigenheit, daß erstens nur die eigene Empfindung überWohlgefallen und Mißfallen entscheidet, und daher dasjenige,was unser Empfindungsvermögen nicht als schön empfindet,uns von Anderen nicht als solches aufgedrungen werden kann;dann zweyrens, daß bey dem Geschmacksurcheile doch stets dieBestimmung Anderer vorausgesetzt wird, und wir daher glau-ben, was uns gefalle, werde auch Andern gefallen.

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Die Vollkommenheiten des Geschmackes bestehen in Rich-tigkeit, Feinheit und Vielseitigkeit. Die Richtigkeit des Ge«Philesoph. Äbtheil, II. Bon». C