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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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Vereine deS Erhabenen mir idealem Schmucke, als Zeichen desReichthums, entsteht das Prächtige. Das Erhabene, mit sinn-licher Schönheit vereinigt, im Charakter der Ruhe und Stilleden Geist zu ehrfurchtsvoller Erwartung großer Dinge stimmend,und uns entweder in uns selbst versenkend, oder zur Höhe desIdeals emporfuhrend, heißt das Feyerliche; welches, auf einenhöheren Grad gesteigert, zum Majestätischen wird.

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Der ästhetischen Größe und dem Erhabenen stehen mehrereFehler gegenüber. Zu diesen gehört der Schwulst, welcher all-tägliche Gedanken durch prunkvolle Ausdrücke zum Ansehendes Erhabenen zu erheben sucht. Nach den verschiedenen Kün-sten erhält dieser Fehler auch verschiedene Benennungen; dasAffectirte, das Unnatürliche, das Überspannte 'ist gewöhnlicheigentlicher Schwulst. Überspannung intensiver oder extensiverGröße über die Gränzen der Wahrheit und der Möglichkeit,heißt das Abenteuerliche. Gänzlicher Mangel echter Begeiste-rung ist Frost, und zerstöret alle Schönheit. Gleiche Wirkunghar das Wässerige, wenn an sich erhabene Gedanken durch un-nöthige Umschreibungen oder durch allzu umständliche Behand-lung der einzelnen Theile geschwächt, oder Begriffe und Wör-ter gewählec> werden, welche keine Anschaulichkeit gewähren.Geradezu im Widerspruche mit dem Erhabenen ist das Nie-drige, welches nach seinen verschiedenen Abstufungen auch alsdas Unedle, Gemeine, Platte, Pöbelhafte und Kriechendebezeichnet wird.

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Nahe verwandt mit dem Erhabenen ist das Tragische.Tragisch ist, was uns die Schwache und Leiden der Sinnlich-keit, zugleich mit der erhebenden, durch Vernunft und Reli-gion gestählten Kraft des freyen Willens zeigt. Im Tragischenmuß sich stets der Sieg einer uns inwohnenden höheren Kraftüber die Leiden zeigen. Das Tragische erweckt, wie das