Bey den späreren Nachkommen wurde die Poetik desAristoteles zum allgemeinen Lehrbuche; vorzügliches Ansehenerlangte dasselbe bey den Engländern und Franzosen; erster«lieferten ausgebreitete Commentarien zu diesem Werke.
Erst im achtzehnten Jahrhunderte unserer Zeitrechnungbegründeten die Philosophen die Ästhetik als eine besondereWissenschaft. Ein Deutscher/ A. G. Baumgarten/ war cs/welcher ein förmliches System der Ästhetik aufzustellen versuchte.Schon vor ihm hatre G. F. Meyer Anfangsgrüude aller schönenKünste und Wissenschaften herausgegeben/ sie waren jedochaus Baumgartens noch ungedruckten Schriften gezogen. Baum-garten war der Ansicht Wolfs von der sinnlichen Erkennrnisigefolgt, und setzte die Schönheit in sinnlich erkannte Vollkom-menheit. Großös Verdienst erwarb sich nach ihm Sulzer durcheine allgemeine Theorie der schönen Künste, zu welcher Blan-kenburg, Manso, Eberhard, Jakobs, und andere. Nachtragelieferten. In der neueren Zeit wurde die Ästhetik vielfältig be-arbeitet, und erhielt meistens das Gepräge der herrschendenphilosophischen Systeme. Mit dem glücklichsten Erfolge behan-delten diese Wissenschaft Kant, Heydenreich, Eberhard, Bou-terweck, I. P. Fr. Richter und A. Schreiber. UngemeinesVerdienst hatte Winkelmann, in dessen Werken alle Keimeeiner wahre» Kunstwissenschaft liegen. Uber einzelne ästhetischeGegenstände lieferten geniale Forschungen Leffing, Engel,Schiller, Herder, Görhe, und A. W. und F. Schlegel.
Unter den Franzosen hatte Dübos zuerst dem Begriffeeiner Ästhetik, wenn auch nur von ferne, sich genähert. Ihmwar der Geschmack, als ein angeborner sechster Sinn, höchsteRegel. Batteur leistete mehr, folgte aber vorzüglich dem Ari-stoteles, und stellte die Nachahmung der schönen Natur alsobersten Grundsatz auf. Von den Engländern gewann HeinrichHome durch seine Grundsätze der Kritik großen Einfluß.
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Die vorzüglicheren Werke, welche die Kunstwissenschaft be-handeln, sind folgende: