an deren einem ich, die lange Reihe der bezifferten Ka-pitel abschließend, der oberbayerischen Bäuerin, aucheinem Stück erlebter Menschlichkeit, das letzte Wort ließund meine Vorbereitungen zur «Nachschrift» begann. Siebeanspruchte acht Tage. Am 29. Januar vormittags schriebich die letzten Zeilen des Doktor Faustus,vjie. ich sie längstim Sinn getragen: Zeitbloms stilles Stoßgebet für Freundund Vaterland — und blickte über die drei Jahre und achtMonate, in denen ich unter der Spannung dieses Werkesgestanden, zurück zu dem Maimorgen mitten im Kriege,an dem ich die Feder dazu angesetzt. «Ich bin fertig»,sagte ich meiner Frau, als sie mich von dem gewohntenSpaziergang gegen den Ozean hinab mit dem Wagen ab-holte; und sie, die schon so manches Fertigwerden inTreuen abgewartet und mit mir begangen hatte, — wieherzlich beglückwünschte sie mich! «Mit Grund?» fragtdas Tagebuch. Und es fügt hinzu: «Ich anerkenne diemoralische Leistung.»
In Wahrheit hatte ich nicht das Gefühl, fertig zu sein,nur weil das Wort «Ende» geschrieben war. «Sinnendeund bessernde Beschäftigung mit dem Manuskript» heißtes noch manchen Tag. Ich tilgte Einzelheiten der Nach-schrift, die man beim Vorlesen allzu bedrückend gefun-den, kam bastelnd auf die Violinsonate, die Kammer-musik zurück, setzte das Dante-Motto und hielt eineWeile für ratsam, der schweren Kapitelmasse durch dieEinteilung in sechs «Bücher» eine klarere Form zu geben.Das war schon ausgeführt, als ich doch den Plan wiederfallen ließ. Eine Woche verging noch, die erste des Fe-bruar, bis ich das Buch für «endgültig abgelegt» erklärteund nicht mehr Hand daran zu legen beschloß. Wir ver-
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