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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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Schöpfer noch nicht weit zurückliegenden Region religiö-sen Spasses,—eine geistvolle Konjektur und reizvoll jeden-falls für mich, den die mit dem Satanischen beschäftigtenTeile des Buches natürlich am nächsten angingen. DieFähigkeit und Bereitschaft, in jeder Lektüre Beziehungenaufzuspüren zum eigenen leidenschaftlichen Betreiben, istselber fast komisch zu beobachten, und die Wahrheit ist,daß einem das Beziehungsvolle und Anzügliche bestän-dig von allen Seiten entgegenkommt, auf fast kuppleri-sche Weise einem zugespielt wird. Das Gratulationsge-schenk Lion Feuchtwangers, der von meinem Dichtenund Trachten doch wenig wußte, waren die Schriften desAgrippa von Nettesheim, — eine große Aufmerksamkeit!Denn darin war nun gleich ein schnurrig entrüstungsvol-les Kapitel über Teufelsbannerei und Schwarzkünstlereiund mehr noch: eines über Musik, oder vielmehr gegensie, voller moralischer Invektiven. Bei den griechischenPoeten, heißt es da, habe der Gott Jupiter niemals ge-sungen, noch die Zither geschlagen, und Pallas habe dieFlöte verflucht. «Die rechte Wahrheit zu sagen, was istdoch unnützlicher, verächtlicher und mehr zu meiden, alsdie Pfeifer, die Sänger und andere dergleichen Art Mu-sici, welche . . . gleichsam durch eine vergiftete Süßig-keit, wie die Sirenen mit ihrem leichtfertigen Singen,Scheingebärden und Klang der Menschen Gemüterzu bezaubern und einzunehmen trachten ? Dahero habender tapferen Thrakier Weiber den Orpheum verfolget,weil er mit seinen Gesängen die Männer ganz weibischgemachet.» — Die Musik ist immer verdächtig gewesen,am tiefsten denen, die sie am innigsten liebten, wie Nietz-sche. —

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