Reiseziel nicht mehr hinbewege, sondern es durch ein In-strument, auf technisch-spirituellem Wege, heranholt, er-innern an Traumeinfälle, die während des Traumes sehrgut und brauchbar erscheinen, sich aber beim Erwachenals krauser Unsinn erweisen. Hier scheint es kein Erwa-chen zur Kritik mehr gegeben zu haben, und wäre nichteinige Komik mit untergebracht, wie die falsch-treuher-zige Redeweise der Hunde, die immer mit» statt «nicht»sagen, so läge die Gefahr gelangweilten Sich-abwendensvom nicht mehr Lebendigen nahe. Dennoch finden sichabsolut großartige, absolut bannende Intuitionen in die-sem übergewagten Erzählwerk des Todes, Inkommen-surabilitäten, Neuigkeiten, Erzeugnisse einer schon ab-wegigen und eben darum genialischen Einbildungskraft.Die skurril-ängstigenden Szenen und Geschehnisse inder Unterwelt, im inneren Hohlraum der Erde mit ihrerdumpf-albtraumhaften Atmosphäre, sind als Phantasie-leistung unübertroffen in aller Literatur, und das sonder-lich Anziehende, Anregende und Bedeutende des Werkesfür mich bestand gerade in seinen geheimen Beziehungenzur Weltliteratur, in der Tatsache, daß es auf seine aus-schweifende Art eine Tradition fortführt, und zwar in sei-ner ausdrücklichen Eigenschaft als «Reiseroman». Als sol-chererinnert es und erinnertes sich an Defoe sowohl wie anSwift wie an Dante, an diesen am absichtlichsten, wennauch nicht am glücklichsten, denn zum Unterschied vonihm, immerhin, hat es keine rechte Sprache. — Ich las dasBuch zweimal, das zweite Mal «mit dem Bleistift» undging mit dem Gedanken um, einen Vortrag darüber zuhalten. Dazu ist es nicht gekommen.
Am 2. Februar konzertierte Hubermann in der Philhar-